Jahresübersicht 2015

05. Januar 2015

fällt aus

02. Februar 2015

Wer ist die_der Schönste im ganzen Land? Nein, nie wieder!

Diskriminierung, Abwertung und Vorurteile von und über dicke_fette
Körper ist Gewalt die einige von uns täglich erfahren. Doch es gibt auch
viel Widerstand der sich gegen Lookism (Diskriminierung aufgrund von
Äußerlichkeiten) und Fatshaming (Diskriminierung von dicken_fetten
Körpern) stellt. Dieser Vortrag möchte für Fatshaming sensibilisieren
und aufzeigen was wir dagegen machen können und wie wir in unsere Räume
sicherer und schöner für alle Körper machen können.

02. Februar 2015 | 20Uhr | von gruppe_x mit einer Aktivistin von FAT UP

02. März 2015

*Trans* Solidarität und Unterstützung

Was genau ist eigentlich „Geschlecht“ und was ist trans*? Wie äußert
sich trans* Feindlichkeit? Was sind cis-Privilegien? Wie kann ein
solidarischer und unterstützender Umgang mit trans* Leuten aussehen? Wie
können linke und feministische Räume/Partys trans* inklusiv gestaltet
werden und was gibt es dabei zu beachten?

Kein Vorwissen nötig! Fragen stellen erlaubt (auch wenn du nicht genau
weißt, ob du das trans* sensibel ausdrücken kannst)!

02. März 2015 | 20Uhr | von AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld mit Finn

13. April 2015

‚Stop Deportation!‘ – Abschiebungen verhindern

Über 10.000 Menschen wurden im Jahr 2014 aus Deutschland abgeschoben. Über ein Drittel davon in andere europäische Länder, weil Deutschland gemäß der Dublin-Verordnung nicht für das Asylverfahren der Menschen, die bereits ein anderes europäisches Land betreten haben, zuständig ist. Wer also beispielsweise über Italien oder Ungarn eingereist ist, bekommt in Deutschland kein Asylverfahren, sondern wird wieder dorthin zurückgeschoben. Viele Geflüchtete berichten jedoch immer wieder, in Italien auf der Straße leben zu müssen oder in Ungarn im Knast eingesperrt gewesen zu sein. Nach monate- oder jahrelanger Flucht können sie so auch nachdem sie in Europa angekommen sind, nicht zur Ruhe kommen.

Die Abschiebungspraxis deutscher Behörden selbst ist für viele Asylsuchende traumatisierend. MitarbeiterInnen der Polizei und der Ausländerbehörden kommen, meist unangekündigt, nachts oder in den frühen Morgenstunden in die Unterkünfte oder Wohnungen, um die Betroffenen zum Flughafen zu bringen. Diese haben meist nur eine halbe Stunde Zeit, um auszuwählen, was sie mitnehmen möchten. Dabei darf ihr Gepäck höchstens 20 kg pro Person betragen. Die Möglichkeit, sich von FreundInnen und Verwandten zu verabschieden oder einen Rechtsanwalt zu kontaktieren gibt es meist nicht.

Doch es regt sich Widerstand auf unterschiedlichen Ebenen. So leisten einerseits Geflüchtete noch während dem Akt der Abschiebung selbst Widerstand, auch wenn meist versucht wird, diesen brutal zu brechen. Andererseits wurden auch kollektive Widerstandsmöglichkeiten in den letzten Monaten, insbesondere in Osnabrück erfolgreich erprobt. Über 30 Abschiebungen konnten dort inzwischen durch Blockadeaktionen verhindert werden.

Wir wollen gemeinsam mit euch überlegen, ob und wie auch in Bielefeld und Umgebung Abschiebungen konkret verhindert werden können, welche Strukturen und Bündnisse es braucht und wie wir diese gemeinsam aufbauen können.

13. April 2015 | 20Uhr | von antira-ag / move & resist mit Referent_innen von No Lager Osnabrück und dem AK Asyl Bielefeld

04. Mai 2015

Ein neuer, alter Internationalismus? Reflexionen zu Geschichte und Gegenwart solidarischer Praxis.

‚Internationalismus‘ haben sich schon die klassische Arbeiterbewegung oder die Frauenbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben. Doch stellte es sich als verdammt schwer heraus, diese Perspektive auch in der Praxis der eigenen Organisationen um- und durchzusetzen: Was heißt es konkret, die eigenen Kämpfe als internationale Kämpfe zu begreifen? Wie können sich Bewegungen grenzübergreifend unterstützen und welche Ziele verfolgen sie damit? Was heißt die damit verbundene Solidarität im Detail und welche Probleme und Widersprüche können sich daraus ergeben? Mit wem oder was ist mensch im Einzelnen überhaupt solidarisch – mit Bewegungen, Organisationen, Kämpfen, Ländern, Aktionsformen?
Diese alten Fragen haben nichts an Relevanz verloren. Auch während der Hochphase der Solidarität mit nationalen Befreiungsbewegungen und der späteren (Selbst-)Kritik daran, wurde darum ebenso erbittert gestritten, wie zu Zeiten der globalisierungskritischen Bewegung. Was kann ein Nachdenken über die Geschichte des Internationalismus in der Bundesrepublik beitragen um gleiche Fehler nicht zu wiederholen, wenn wir heute mit Rojava und Lampedusa solidarisch sein wollen oder z.B. im Rahmen von blockupy versuchen transnationale Bündnisse zu etablieren?

Diese und weitere Fragen sollen in einem Vortrag mit anschließender Diskussion mit Michael Ramminger, Interventionistische Linke Münster, aktiv in der „Lateinamerikasolidarität“ seit den frühen 1970er Jahren, beleuchtet werden.

04. Mai2015 | 20Uhr | von Interventionistische Linke Bielefeld mit Michael Ramminger (IL Münster)

01. Juni 2015

Technik – emanzipatorisches Medium oder Herrschaftsinstrument?

Was die Bedeutung von Technik für soziale und politische Prozesse angeht, gehen die Auffassungen innerhalb der kritischen Öffentlichkeit weit auseinander. Die einen sehen Technik, wie etwa das Internet, als Mittel zur Aktivierung sozialer Proteste und Demokratisierung der Gesellschaft, andere verstehen sie als Herrschaftsinstrument zur Kontrolle und Überwachung. Ausgehend davon steht im Mittelpunkt des Vortrags die Frage: Welchen Einfluss haben technische Entwicklungen auf Prozesse und Dynamik von sozialen Bewegungen und Protestbewegungen? Um einer Antwort auf die Spur zu kommen gibt der Vortrag zunächst einen knappen historischen Überblick über die Entwicklung von Technikauffassungen sozialer Bewegungen. Anschließend werden aktuelle Positionen dargestellt und schließlich wird ein Ausblick auf aktuelle Herausforderungen unternommen.

Dr. Annette Ohme-Reinicke, studierte in Frankfurt am Main, promovierte zum Technikbegriff sozialer Bewegungen und ist Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart. Ihre letzten Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Protestbewegung gegen „Stuttgart 21″, neuer Bürgerschaftlichkeit und politischer Partizipation.

01. Juni 2015 | 20Uhr | von AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld & //re_vision medienkollektiv mit Annette Ohme-Reinicke

07. September

Krise – Sparen – Ungleichheit

Nach den heftigen Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise sind große
Teile der EU weiterhin fest im Griff der Krisenpolitiken von
europäischen Institutionen und Regierungen. Während viele Menschen in
Europa unter den massiven Auswirkungen der Sparpolitik leiden, wurde
die Krise von anderen zeitweise schon für beendet erklärt. Das änderte
sich spätestens mit dem Wahlsieg von Syriza in Griechenland und der
europäischen Auseinandersetzung um den Kurs der griechischen
Krisenpolitik. So hat sich der Widerstand gegen die soziale Krise
Europas auch hier wieder auf die Tagesordnung gedrängt. In zwei
Beiträgen geben die Referent_innen einen Überblick zu Hintergründen
und Auswirkungen der Krisenentwicklungen sowie (künftigen) Konflikten
um die Krisenpolitik. Im Anschluss freuen wir uns auf Fragen und eine
lebhafte Diskussion.

Referent_innen: Jenny Simon (Politologin und Aktivistin aus Berlin) &
Malte Lühmann (Politikwissenschaftler und Aktivist aus Kassel)

07. September | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld

02. November 2015

Umgang mit Migration in Europa: Rassistische Zuspitzung oder historische Chance?

Hunderttausende haben sich diesen Sommer auf der Flucht vor Krieg, Zerstörung, Hunger und Armut auf den Weg nach Europa gemacht. Ihnen wurde viel mediale Aufmerksamkeit und Willkommensgrüße zuteil, aber auch massive Einschüchterung durch Sicherheitskräfte und durch rechte Bewegungen in ganz Europa. Innerhalb weniger Tage wurden Grenzen geöffnet und wieder geschlossen, Zäune gebaut, Busse bereit gestellt, Bahnverbindungen gestoppt. Die Dublin-Regelungen sind durch die Realität längst überholt und zumindest temporär außer Kraft gesetzt. Die EU bereitet indes Militäreinsätze gegen „Schleuserbanden“ vor und die Bundesregierung bezieht sich positiv auf die offen rassistische Politik der ungarischen Regierung, indem sie den Vorschlag, Internierungslager an den Außengrenzen einzurichten, aufnimmt. Zeitgleich werden hierzulande so viele rassistische Brandanschläge und andere Übergriffe wie nie zuvor verübt. Angesichts dieser Zustände fühlen sich viele an die 1990er Jahre erinnert. Doch einiges ist anders: zugleich fing eine aktive Zivilgesellschaft tatkräftig an zu helfen, die politische Debatte verschob sich – zunächst in Richtung mehr Humanismus, jetzt wieder in Richtung Grenzsicherung. Immer wieder passierten Dinge, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schienen.
Wie sind diese Umbrüche im europäischen Migrationsregime zu bewerten? Haben wir hier erlebt, was Autonomie der Migration heißen kann, dass die Politik den realen Bewegungen und Entwicklungen kaum hinterherkommt? Was bedeuten die Ereignisse der letzten Wochen für die Situation der Geflüchteten in Europa? Und vor allem: was sollten (radikale) Linke in Europa angesichts der Entwicklungen praktisch tun?

Der Referent war diesen Sommer an der Unterstützung der Geflüchteten am Wiener Westbahnhof beteiligt und beschäftigt sich seit vielen Jahren im Rahmen des Netzwerks Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet) mit sozialen Kämpfen von Geflüchteten für Bewegungsfreiheit und Würde.

02. November | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld

07. Dezember 2015

Europäische Horizonte
Transnational Social Strike, Blockupy, Beyond Europe, …

Wo stehen wir, was geht, was geht nicht?
Noch zu Beginn dieses Jahres war in unseren Reihen eine Euphorie zu
spüren: die Wahl der Syriza zur Regierungspartei hatte bei aller Kritik
und Skepsis einen Gedanken des „Europa von unten“ (neu) belebt. Die
breite Solidarität gegen die Akte der Austerität, das Signal des OXI
trotz der Erpressung durch die Troika hat uns eine Ahnung davon spüren
lassen, wie ein Europa aussehen könnte.

Seit dem Juli herrscht eher Katerstimmung und europäische Initiativen
von unten scheinen in der Defensive. Wir wollen mit verschiedenen kurzen
Inputs einige davon vorstellen, den Stand der Dinge darlegen und die
Frage aufwerfen: was hat das alles mit uns zu tun?

07. Dezember | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld mit Referent*in von UmsGanze