Jahresübersicht 2014

6. Januar 2014

fällt aus

3. Februar 2014

Solidarische Landwirtschaft als Teil linker Gesellschaftsveränderung – Präsentation eines Konzepts und Erfahrungsbericht

Beim Roten Montag im Februar beschäftigen wir uns mit dem Thema Landwirtschaft und solidarische Selbstorganisation. Der Referent wird zunächst über seine Erfahrungen aus der Gemüsekooperative „Rote Beete“ im Leipziger Umland berichten. Im Anschluss daran soll gemeinsam diskutiert werden, welche Bedeutung landwirtschaftliche Produktion in der kapitalistischen Gesellschaft hat und warum Landwirtschaft im Horizont der radikalen Linken eher selten thematisiert wird. Auch soll zur Sprache kommen, inwieweit solidarisch-selbstorganisierte und unkommerzielle Kooperativen dazu beitragen können, Menschen für linke Perspektiven zu gewinnen. Und schließlich ist die Frage, inwieweit kooperative Produktion selbst als gesellschaftliche Veränderungsstrategie gelten kann, wenn etwa wie im Fall der „Rote Beete“ ein Bedarf an Grundnahrungsmitteln ansatzweise jenseits von Warenproduktion und Verteilung über den Markt erfüllt wird.

3. Februar 2014 | 20Uhr | von von Antifa-AG an der Uni Bielefeld mit einem Genossen aus Leipzig

3. März 2014

NSU- Verwicklungen des Staates mit braunem Terror

3. März 2014 | 20Uhr | von Linksjugend Bielefeld mit Ulla Jelpke

7. April 2014

Der Klassenkampf und die Kommunist*innen

Am 31. März haben in Frankfurt/Main mehrere Tausend Menschen an der Demo des europäischen antikapitalistischen Bündnisses M31 teilgenommen. Dieses versteht sich als erster Schritt zur weitergehenden europäischen Vernetzung und Organisierung der radikalen Linken jenseits identitärer Sphären und Spektren. Der Kapitalismus bzw. die bürgerliche Gesellschaft lassen sich aber natürlich nicht mittels eines oder mehrerer Aktionstage abschaffen bzw. überwinden. Dazu ist eine langfristige und nachhaltige Praxis nötig, die in ihrer Analyse und Kritik auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Gänze zielt. Eine solche nachhaltige Praxis ergibt sich dabei schlechterdings nicht spontan oder urwüchsig, sie bedarf einer Strategie.

Die Basisgruppe Antifaschismus (BA), organisiert im kommunistischen …umsGanze! Bündnis, hat bereits 2012 mit dem Zweck des Anstoßes einer solchen Debatte innerhalb der radikalen Linken, einen Entwurf für solch eine mögliche Strategie mit dem Titel „Der Klassenkampf und die Kommunist*innen“ vorgelegt. Der Text versucht das Verhältnis der Kommunist*innen zum Feld „Klassenkampf“ zu bestimmen und macht für dieses einen Strategievorschlag. Dabei erheben die Bremer*innen mit ihrem Text „nicht den Anspruch den der Weisheit letzten Schluss gezogen zu haben, er ist vielmehr eine Einladung zur Diskussion“. Wir haben diese Einladung gerne angenommen.

7. April 2014 | 20Uhr | von Gruppe Kritik & Intervention mit Basisgruppe Antifaschismus Bremen

5. Mai 2014

Infos und Kritik zur Partei ‚Alternative für Deutschland´

Die Alternnative für Deutschland hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Sowohl bei den Europawahlen im Mai 2014 als auch bei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im Sommer 2014 würde die AfD nach den Hochrechnungen der letzten Monate einziehen.
Neben einer Darstellung der Daten und Forderungen der Partei wird der Soziologe Andreas Kemper auf die maßgebenden Gruppen und Einzelpersonen in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen der AfD der letzten zehn Jahre eingehen.
Seit dem Jahreswechsel gibt es erhebliche innerparteiliche Richtungskämpfe zwischen nationalliberalen und neoliberalen Kräfte, in denen es auch darum geht, welche Rolle hierbei Rechtspopulist*innen einnehmen. Diese Kontroverse wird offen untersucht, wobei die innerparteilichen Differenzen („autoritäre Säuberungsaktion“ versus „Befreiung von Querulanten/ rechtsextremen Zirkeln“) mitberücksichtigt wird.
Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Nachfragen und kontroverse Diskussionen sein.

Biographische Notiz
Andreas Kemper (andreaskemper.wordpress.com) veröffentlichte neben dem Buch zur AfD „Rechte Euro-Rebellion“ eine Einführung in das Thema Klassismus (zusammen mit H. Weinbach), sowie kritische Bücher zum organisierten Antifeminismus/ Maskulismus. Im Frühjahr 2014 erschien die Publikation „Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“. Andreas Kemper promoviert in Münster zum Thema Klassismus.

5. Mai2014 | 20Uhr | von [association critique] und Antifa-AG an der Uni Bielefeld mit Andreas Kemper

2. Juni 2014

Deutschland Postkolonial

Der Rote Montag am 2. Juni findet unter dem Titel „Deutsch­land Post­ko­lo­ni­al“ statt und wird von der Gruppe „Move and Re­sist“ und der An­ti­ra-​AG an der Uni Bie­le­feld veranstaltet. Los gehts wie immer um 20.00Uhr.

2. Juni2014 | 20Uhr | von Move and Resist/Antira-AG an der Uni Bielefeld

07. Juli 2014

Gesellschaftstheorie, Krise und Geschlechterverhältnisse – Ein (queer)feministischer Blick auf ‚Krise‘

Mit den medialen Debatten um die „Zockermännlichkeit“ oder die These, dass die „Lehman Sisters (…) uns die Krise erspart [hätten]“ (Spiegel 2009), wurde im Kontext der Krisendiskussion vermehrt die Frage nach der ‚Geschlechtlichkeit der Krise‘ thematisiert. In der politischen Bearbeitung dominierte hingegen der Fokus auf der Finanz- und Wirtschaftskrise: staatliche Bankenrettungen, die Stabilisierung der Währung, Kurzarbeit oder staatliche Unterstützung ’systemrelevanter‘ Wirtschaftsbereiche waren Reaktionen. Vermehrt kam es jedoch auch zu Kritik an der Krisenbearbeitung: Die Insolvenz von Arcandor und Schlecker als weiblich dominierte Erwerbsarbeitsbereiche wurde mit der Rettung von ‚Männerdomänen‘ wie der Unterstützung der Automobilindustrie durch die Abwrackprämie oder mit den Bankenrettungen in Beziehung gesetzt. Kritik an der staatlichen Unterstützung nur einiger Bereiche kam auch im Zusammenhang einer als mangelhaft empfundenen KiTa- oder Pflegesituation auf und brachte die Frage nach geschlechtlichen Spezifika der Krisensituation in die Öffentlichkeit. In der Veranstaltung soll es darum gehen, den Zusammenhang von Krise und Geschlecht zu entwickeln. Dabei sollen die Verschiebungen in den Geschlechterverhältnissen der letzten Jahrzehnte betrachtet werden und daraufhin befragt werden, inwieweit es sich dabei um krisenhafte Prozesse handelt und worin das Krisenhafte besteht. Gemeinsam wollen wir diskutieren, ob es zu Verunsicherungen von Geschlechtlichkeit, Krisen der Männlichkeit oder Care-Krisen kommt und wie mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zusammenhängen.

07. Juli 2014 | 20Uhr | von Gruppe_x mit Julia Dück

11. August 2014

Filmvorführung: Der „Konkret-Kongress“ von 1993

--- Achtung: Wegen Umbauarbeiten in der Blues Bar diesmal am 2. Montag des Monats ---
11. August 2014 | 20Uhr | von Antifa-AG an der Uni Bielefeld

01. September 2014

Der Kampf in den Kurven – Politische Konflikte in den Fußball-Fanszenen

Vortrag und Diskussion mit Peter Römer

Waren es bis in die 1990er Jahre Hooligans, die die Szenerie in den deutschen Fankurven dominierten, prägen spätestens seit der Jahrtausendwende die Ultras das Bild der aktiven Fans in den Stadien. Doch die Hooligan-Bewegung verschwand damit nicht. Wie stehen eigentlich beide Bewegungen zueinander und welche Schnittmengen, vor allem aber auch Konflikte gab oder gibt es zwischen diesen beiden Subkulturen auf den Rängen?

„Transparent“-Autor Peter Römer analysiert in seinem Vortrag ausgewählte Beispiele des Konflikts zwischen diesen beiden Fangruppen innerhalb desselben Verein, die oft genug politisch aufgeladen sind, blickt aber auch kritisch auf Fälle gemeinsamen Vorgehens. Weiterhin fragt er nach Möglichkeiten der Intervention im Falle von Konflikten.

Peter Römer wurde 1984 geboren und studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Öffentliches Recht in Münster und Warschau. Seit seiner frühen Kindheit geht er wöchentlich ins Stadion. Sein Interesse an Fankultur und Politik motivierte ihn, seit Anfang 2012 Redakteur des „Transparent“-Magazins zu werden, das sich mit genau diesen Themen auseinandersetzt. Er arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und promoviert in Geschichte.

Im Anschluss an den Vortrag werden neuere Entwicklungen in der Bielefelder Fanszene thematisiert (Fanprojekt Bielefeld angefragt)

01. September 2014 | 20Uhr | von AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld & //re_vision medienkollektiv mit Peter Römer

06. Oktober 2014

Krisenproteste im urbanen Raum

Diskussionsveranstaltung mit der IL Bielefeld

„Die sozialen Revolten der letzten drei Jahre von Kairo über Athen und New York bis nach Istanbul sowie die zunehmenden Auseinandersetzungen um Wohnraum, Freiräume und Gestaltungsrechte in vielen Städten, haben weltweit – erneut – den Ruf nach einem Recht auf die Stadt laut werden lassen. Dabei wird oftmals explizit auf den französischen Marxisten, Stadtforscher und Philosophen Henri Lefebvre Bezug genommen, für den das Recht auf die Stadt weit mehr als der Kampf um die aktuelle Stadt ist. Doch was können seine Konzepte heute noch leisten und welche emanzipatorischen Perspektiven bieten sie? Diesen Fragen wird ausgehend von der Konfrontation Lefebvres mit dem Ansatz der radikalen Demokratie nach Ernesto Laclau und Chantal Mouffe nachgegangen, um daraus Antworten für ein aktivistisches und praxisorientiertes Recht auf die Stadt zu gewinnen.“
So ungefähr der Klappentext von Daniel Mullis Buch „Das Recht auf die Stadt“.

Auch wir stellen uns die Frage, wie die derzeitigen krisenhaften Entwicklungen mit ihren immer offener werdenden gesellschaftlichen Widersprüchen in eine breite politische Debatte und in eine emanzipatorische Politik umgesetzt erden können, die den Status Quo auf vielen Feldern angreift und nach gemeinschaftlichen, solidarischen Lösungen sucht. Deshalb möchten wir an diesem Abend zunächst die uns wichtigsten Thesen aus Daniel Mullis Arbeit
vorstellen (leider hat Daniel Mullis kurzfristig absagen müssen), um diese mit Euch zu diskutieren und dann in eine hoffentlich fruchtbare Debatte über mögliche politische Interventionen und Initiativen zu kommen. Wir wünschen uns für Bielefeld eine breite, vielfältige und an emanzipatorischen Zielen ausgerichtete Debatte, die sich auch in der Stadt sichtbar und erlebbar macht.
Einladung zur Diskussion über das „Recht auf die Stadt“, radikale Demokratie und mögliche
politische Praxen – auch in Bielefeld.

06. Oktober 2014 | 20Uhr | von Interventionistische Linke Bielefeld mit Daniel Mullis

03. November 2014

Feministische Praxen und Perspektiven – eine Fishbowl-Diskussionsrunde

Auch in diesem Jahr möchten wir wieder zu einer offenen Diskussion eines
gemeinsamen politischen Themas einladen. Neben den Gruppen des Roten
Montags sind auch Einzelpersonen aufgerufen, sich mit maximal fünfminütigen
Statements an der Eröffnung der Diskussion zu beteiligen (Statements gern
im Vorhinein an: rotermontag@gmx.de). Auch über die
Eingangsstatements hinaus ist Publikumsbeteiligung willkommen! Wir freuen
uns auf die Diskussion!

Diesmal steht die Rolle des Feminismus für linke politische Theorie und
Praxis zur Debatte

Im Fokus stehen Fragen danach, wie wir mit feministischen Perspektiven in
unserer eigenen politischen Arbeit umgehen und umgehen wollen. Welchen
Stellenwert hat feministische Theorie für unsere Sicht auf die Welt,
welchen sollte sie haben und was genau meinen wir damit überhaupt? Wie
sehen wir das Verhältnis von feministischen Themen zu anderen
linksradikalen Anliegen, wie der Kritik an Rassismus, Kapitalismus oder
Antisemitismus? Stehen sie in Konkurrenz, gehören sie zusammen, beides oder
sogar nichts von alledem? Welche Rolle spielt Feminismus in unserer Arbeit
in den Gruppen und „der linken Szene“ im Sinne einer antisexistischen
Praxis? Wie kann eine solche Praxis aussehen und warum scheint sie oft so
schwer? Und vor allem, wie kann darüber jenseits von Vorwürfen und
Rechtfertigungen diskutiert werden?

03. November 2014 | 20Uhr | von Roter Montag mit Kurzbeiträgen von Gruppen und Einzelpersonen und viel Diskussion mit der ganzen Kneipenrunde!

01. Dezember 2014

Nach einem Jahr ohne Gesang beim Roten Dezember wird uns diesmal DER Chor aus Leipzig mit seiner mitreißenden Punkrock-a capella-Show wieder melodiös in Stimmung bringen! DER Chor hat sich von einem spontanen Act bei einem Fest für ein ehemals besetztes Haus in Leipzig zu einem wöchentlich probenden Projekt entwickelt. Gesungen werden größtenteils alte Punkkarmellen, aber eben ohne instrumentale Begleitung. Mit Ernsthaftigkeit und Witz zugleich rettet DER Chor ein Stück Punkrockbewegung und hat dabei auch noch Spaß.

Special Wichtel Action!!!

Nach einem weiteren Jahr im ach so besinnlichen Kapitalismus hat sich bestimmt wieder einiges an Zeugs in euren Behausungen angesammelt mit dem ihr so recht gar nichts anfangen könnt. Deshalb wollen wir euch die Chance geben anderen an der Warenvielfalt teilzuhaben. Also eingepackt und mitgebracht!

Bildet Chöre! …und kommt zum Roten Dezember in die Extra-Blues-Bar!
01. Dezember 2014 | 20Uhr | von Roter Montag mit Punkrock a capella Chor aus Leipzig