Abschiebehaft – aktuelle politische und gesetzliche Entwicklungen

Am 15. Mai 2015 wurde die Abschiebehaft in Büren wieder offiziell eröffnet. Seitdem werden Abschiebehäftlinge wieder dort eingesperrt. Büren ist nicht der einzige Knast in Deutschland, der für die konsequente Durchsetzung von Abschiebungen sorgen soll. In den letzten Monaten hat die Politik auf Bundesebene weitere gesetzliche Verschärfungen durchgesetzt – ebenso erlässt das Land NRW noch im Juni 2016 neue Restriktionen. Frank Gockel, der seit Jahren für die Abschaffung von Abschiebehaft kämpft, wird die aktuellen Entwicklungen darstellen und kommentieren.

06. Juni 2016 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AntiRa AG der Uni Bielefeld mit Frank Gockel

Pädagogik im Namen der Freiheit. Ansätze und Kritik libertärer Pädagogik

Unter libertärer Pädagogik sind pädagogische Vorstellungen und Ansätze
zu verstehen, die die Freiheit des Einzelnen betonen und zum Ziel haben.
Dabei geht es nicht um eine Freiheit im liberalen Sinne und auf Kosten
anderer. Diese Betonung der Freiheit hat weitreichende Konsequenzen wie
Pädagogik gedacht werden kann und muss, aber auch auf den praktischen
pädagogischen Bezug. Zum Beispiel wird die Schule aus dieser Perspektive
kritisiert, da es ihr nicht vor allem um die einzelnen Schüler*innen,
sondern um gesellschaftliche Notwendigkeiten geht, die mit der Freiheit
der Einzelnen nicht unbedingt vereinbar sind.
Doch was genau ist unter libertärer Pädagogik zu verstehen? Was
kennzeichnet diese? Kann überhaupt von DER libertären Pädagogik
gesprochen werden? Wer sind Vertreter*innen libertärer Pädagogik? In
einem Vortrag soll diesen Fragen nachgegangen werden. Dabei werden auch
aktuelle praktische Beispiele vorgestellt.

02. Mai | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von gruppe_x mit Stephan Geuenich

Höhere Mächte sind auch keine Erlösung – Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise

Ob Religion, Esoterik oder Politik: Zeiten, in denen sich der krisenhafte Zustand der Welt herumgesprochen hat und unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, sind gute Zeiten für einfache Botschaften. Wo sich Demut statt Vernunft, Wut statt Kritik und Glauben-wollen statt Wissen-wollen durchsetzen, herrschen Denkfaulheit, Regression und Irrationalität. Doch nicht genug: Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist immer auch die nach starken Führern, die heutzutage gerne auch mal Führerinnen sein dürfen, wenn sie nur Halt und Orientierung versprechen.

Was muss emanzipatorische Kritik leisten, die sich weder mit der kapitalistischen Krise noch mit ihrer regressiven Verarbeitung in den Köpfen abfinden will und die am Ideal einer Gesellschaft freier Menschen in freien Vereinbarungen festhält?

04. April | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der AG Freie Bildung der Universität Bielefeld mit Lothar Galow-Bergemann

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für konkret, Jungle World und emafrie.de

Wir akzeptieren kein diskriminierendes und menschenverachtendes Verhalten wie beispielsweise Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homo- und Trans*feindlichkeit und behalten uns vor, Menschen des Raumes zu verweisen.

Linke Perspektiven auf die soziale Frage

Veranstaltung zu Ansätzen linker sozialer Intervention
am Beispiel des Frankfurter Bündnisses „Frankfurt für alle“

Menschen brauchen Wohnraum, ökonomisches Auskommen und kulturelle Räume. Jahrzehnte neoliberaler Austeritäts- und Kürzungspolitik haben für immer mehr Menschen den Zugang hierzu erschwert. Nicht zuletzt die selbstermächtigte Überwindung der EU-Grenzen durch mehr Geflüchtete als je zuvor (und deren Versorgungsbedürfnisse) lässt den desolaten Zustand sozialer Grundversorgung offenkundig werden (z.B. mit bezahlbaren Wohnungen), mit der Folge, dass der Kampf um diese verknappten Ressourcen absehbar härter und schwieriger wird.

Die Frage der sozialen Absicherung, Teilhabe und Ressourcenverteilung ist aktuell und offen.

Von rechts (und im Nachzug von der etablierten „Mitte“) wird diese mit den üblichen Rezepten von Ausgrenzung, Spaltung und chauvinistischer Besitzstandwahrung beantwortet. Beinahe wöchentlich gibt es neue Anläufe, Aufenthaltsrechte zu beschneiden und Menschen, die ökonomisch nicht „verwertbar“ sind, abzuschieben. Andere werden unter härteren Arbeitsdruck gesetzt und soziale Standarts weiter eingedampft, worauf u.a. die Streikbewegungen des letzten Jahres reagiert haben.

Wollen wir nicht, dass dieser Kampf um Ressourcen unter den Bedingungen sozialer Spaltung gegeneinander ausgetragen, sondern dass er gemeinsam geführt wird, braucht es Ideen und Strukturen, die gemeinsames Handeln und die gemeinsame Suche nach Antworten unterstützen. Wie können sich existierende soziale Kämpfe und unterschiedliche Gruppen aufeinander beziehen und in gemeinsamen Kämpfen verbinden?

Eine solche Struktur beginnt das Frankfurter Bündnis FFM4ALL mit ihren „Frankfurt für alle“ – Ratschlägen aufzubauen. (Broschüre dazu: „Crossing Arms, Crossing Fights“ )

Aus den Erfahrungen dieses Bündnisses und von den Ideen, die es tragen, wird uns Hinrich Garms aus Offenbach, der an diesem Prozess aktiv beteiligt ist, berichten. Wir möchten gerne die Chancen und Möglichkeiten einer solchen Initiative, ihre Voraussetzungen und Fallstricke – natürlich auch als Überlegung für Bielefeld – mit Hinrich und Euch diskutieren.

07. März | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Interventionistischen Linken mit Hinrich Garms

Need for Speed? Thesen zum Akzelerationismus

1. Ways of Future Pasts. (Radikale) Linke, folk politics und komplexe Zeiten.

In der ersten These wird der Fetisch der politischen Linken für lokale Politiken, direkte Aktionen und symbolische Gesten assoziiert mit ihren Schwierigkeiten zur Artikulation positiver Zukunftsentwürfe. Die routinierte Verteidigungshaltung in der politischen Linken verwundert nicht nur angesichts katastrophaler sozialer und ökonomischer Zustände, sondern auch aufgrund gegenwärtiger technologischer Bedingungen für die Gestaltung einer post-kapitalistischen Gesellschaft.

2. Accelerate epistemic capacities!

Die zweite These argumentiert, dass die politische Linke von einer Angst vor der Zukunft paralysiert ist, weil sie die Bedingungen für eine Navigation durch die zukunftsorientierten Möglichkeiten der Gegenwart mit dem kapitalistischen Projekt gleichsetzt. Spekulationen sowie mehr oder weniger konkrete Strategien für ein emanzipatorisches Morgen werden heute der Entfremdung preisgegeben. Ideen für ein notwendig anderes Verständnis von Rationalität als konstitutiv für linke Politik runden diese traurige Betrachtung ab.

3. Kommunismus durch Digitalisierung?

Die dritte These diskutiert die Machbarkeit eines kybernetischen Kommunismus. Was steckt hinter den Hoffnungen auf eine Demokratisierung durch soziale Medien oder auf einen Umschwung in den Kommunismus durch technologische Beschleunigung? Dabei werden historische Beispiele aus Chile und der Sowjetunion skizziert, die eine digital gesteuerte Produktion und Güterverteilung jenseits von Marktmechanismen anstrebten. Im Anschluss daran wird die Frage gestellt, in welchem Verhältnis digitale Technologien zu gesellschaftlicher Emanzipation stehen.

01. Februar | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet vom Revision Medienkollektiv mit Paul Buckermann; Anne Koppenburger & Simon Schaupp