Archiv der Kategorie 'Vortrag'

Alternativveranstaltung Dezmeber

Da die unten angekündigte Veranstaltung für den Dezmber leider Ausfallen muss hier das neue Thema:

Europäische Horizonte
Transnational Social Strike, Blockupy, Beyond Europe, …
Wo stehen wir, was geht, was geht nicht?
Noch zu Beginn dieses Jahres war in unseren Reihen eine Euphorie zu
spüren: die Wahl der Syriza zur Regierungspartei hatte bei aller Kritik
und Skepsis einen Gedanken des „Europa von unten“ (neu) belebt. Die
breite Solidarität gegen die Akte der Austerität, das Signal des OXI
trotz der Erpressung durch die Troika hat uns eine Ahnung davon spüren
lassen, wie ein Europa aussehen könnte.

Seit dem Juli herrscht eher Katerstimmung und europäische Initiativen
von unten scheinen in der Defensive. Wir wollen mit verschiedenen kurzen
Inputs einige davon vorstellen, den Stand der Dinge darlegen und die
Frage aufwerfen: was hat das alles mit uns zu tun?

07. Dezember | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld mit Referent*in von UmsGanze

Achtung: Fällt aus! Konsumkritik als subversive Praxis oder kapitalistische Selbstoptimierung?

Achtung: Diese Veranstaltung muss in dieser Form leider ausfallen. Sollte es eine Alternative am genannten Termin geben, wird diese hier angekündigt!
Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft, vegetarische und vegane Kost, fair gehandelte Produkte, sauberer Strom, Tauschbörsen und Aufrufe zum Shoppingverzicht – der Trend geht zum kritischen Konsumbewusstsein. Längst hat Konsumkritik dabei die Nischen des politischen Aktionismus und der Subkultur verlassen – der Staat steuert und subventioniert, wie es sich manche Grüne vor 20 Jahren nicht hätten träumen lassen. Doch wie ernst kann genommen werden, was sich nicht zuvorderst gegen die Scheinheiligkeit der Politik, gegen deren Befangenheit in der globalen Standortkonkurrenz und schon gar nicht gegen das Wesen der kapitalistischen Produktionsweise an sich richtet? Weshalb geriert sich der allgegenwärtige Aufruf zum Verzicht gegenwärtig in erster Linie als eine Aufforderung an das Individuum? Und wie wirklichkeitsfremd sind alternative Selbstoptimierer, die die kapitalistische Ökonomie mittels Foodsharing-Projekten, Urban Gardening- und Biokooperativen in die Knie zwingen wollen?

07. Dezember | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Antifa AG mit Ulrich Schuster und Lydia Jakobi, Gruppe „Roter Salon“, Conne Island, Leipzig

Achtung: Diese Veranstaltung muss in dieser Form leider ausfallen. Sollte es eine Alternative am genannten Termin geben, wird diese hier angekündigt!

Umgang mit Migration in Europa: Rassistische Zuspitzung oder historische Chance?

Hunderttausende haben sich diesen Sommer auf der Flucht vor Krieg, Zerstörung, Hunger und Armut auf den Weg nach Europa gemacht. Ihnen wurde viel mediale Aufmerksamkeit und Willkommensgrüße zuteil, aber auch massive Einschüchterung durch Sicherheitskräfte und durch rechte Bewegungen in ganz Europa. Innerhalb weniger Tage wurden Grenzen geöffnet und wieder geschlossen, Zäune gebaut, Busse bereit gestellt, Bahnverbindungen gestoppt. Die Dublin-Regelungen sind durch die Realität längst überholt und zumindest temporär außer Kraft gesetzt. Die EU bereitet indes Militäreinsätze gegen „Schleuserbanden“ vor und die Bundesregierung bezieht sich positiv auf die offen rassistische Politik der ungarischen Regierung, indem sie den Vorschlag, Internierungslager an den Außengrenzen einzurichten, aufnimmt. Zeitgleich werden hierzulande so viele rassistische Brandanschläge und andere Übergriffe wie nie zuvor verübt. Angesichts dieser Zustände fühlen sich viele an die 1990er Jahre erinnert. Doch einiges ist anders: zugleich fing eine aktive Zivilgesellschaft tatkräftig an zu helfen, die politische Debatte verschob sich – zunächst in Richtung mehr Humanismus, jetzt wieder in Richtung Grenzsicherung. Immer wieder passierten Dinge, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schienen.
Wie sind diese Umbrüche im europäischen Migrationsregime zu bewerten? Haben wir hier erlebt, was Autonomie der Migration heißen kann, dass die Politik den realen Bewegungen und Entwicklungen kaum hinterherkommt? Was bedeuten die Ereignisse der letzten Wochen für die Situation der Geflüchteten in Europa? Und vor allem: was sollten (radikale) Linke in Europa angesichts der Entwicklungen praktisch tun?

Der Referent war diesen Sommer an der Unterstützung der Geflüchteten am Wiener Westbahnhof beteiligt und beschäftigt sich seit vielen Jahren im Rahmen des Netzwerks Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet) mit sozialen Kämpfen von Geflüchteten für Bewegungsfreiheit und Würde.

02. November | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld

Technik – emanzipatorisches Medium oder Herrschaftsinstrument?

Was die Bedeutung von Technik für soziale und politische Prozesse angeht, gehen die Auffassungen innerhalb der kritischen Öffentlichkeit weit auseinander. Die einen sehen Technik, wie etwa das Internet, als Mittel zur Aktivierung sozialer Proteste und Demokratisierung der Gesellschaft, andere verstehen sie als Herrschaftsinstrument zur Kontrolle und Überwachung. Ausgehend davon steht im Mittelpunkt des Vortrags die Frage: Welchen Einfluss haben technische Entwicklungen auf Prozesse und Dynamik von sozialen Bewegungen und Protestbewegungen? Um einer Antwort auf die Spur zu kommen gibt der Vortrag zunächst einen knappen historischen Überblick über die Entwicklung von Technikauffassungen sozialer Bewegungen. Anschließend werden aktuelle Positionen dargestellt und schließlich wird ein Ausblick auf aktuelle Herausforderungen unternommen.

Dr. Annette Ohme-Reinicke, studierte in Frankfurt am Main, promovierte zum Technikbegriff sozialer Bewegungen und ist Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart. Ihre letzten Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Protestbewegung gegen „Stuttgart 21″, neuer Bürgerschaftlichkeit und politischer Partizipation.

01. Juni | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von //re_vision medienkollektiv und ag freie bildung mit Annete Ohme-Reinicke

Ein neuer, alter Internationalismus? Reflexionen zu Geschichte und Gegenwart solidarischer Praxis.

‚Internationalismus‘ haben sich schon die klassische Arbeiterbewegung oder die Frauenbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben. Doch stellte es sich als verdammt schwer heraus, diese Perspektive auch in der Praxis der eigenen Organisationen um- und durchzusetzen: Was heißt es konkret, die eigenen Kämpfe als internationale Kämpfe zu begreifen? Wie können sich Bewegungen grenzübergreifend unterstützen und welche Ziele verfolgen sie damit? Was heißt die damit verbundene Solidarität im Detail und welche Probleme und Widersprüche können sich daraus ergeben? Mit wem oder was ist mensch im Einzelnen überhaupt solidarisch – mit Bewegungen, Organisationen, Kämpfen, Ländern, Aktionsformen?
Diese alten Fragen haben nichts an Relevanz verloren. Auch während der Hochphase der Solidarität mit nationalen Befreiungsbewegungen und der späteren (Selbst-)Kritik daran, wurde darum ebenso erbittert gestritten, wie zu Zeiten der globalisierungskritischen Bewegung. Was kann ein Nachdenken über die Geschichte des Internationalismus in der Bundesrepublik beitragen um gleiche Fehler nicht zu wiederholen, wenn wir heute mit Rojava und Lampedusa solidarisch sein wollen oder z.B. im Rahmen von blockupy versuchen transnationale Bündnisse zu etablieren?

Diese und weitere Fragen sollen in einem Vortrag mit anschließender Diskussion mit Michael Ramminger, Interventionistische Linke Münster, aktiv in der „Lateinamerikasolidarität“ seit den frühen 1970er Jahren, beleuchtet werden.

04. Mai | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Interventionistischen Linken Bielefeld mit Michael Ramminger (IL Münster)