Archiv der Kategorie 'Veranstaltung'

Die Türkei: Manifestierung einer Diktatur

Vortrag und Diskussion mit der Journalistin und Fotografin Duygu Yildiz

Duygu Yildiz wird sich während des Vortrags vor allem auf die politische
Lage im Westen der Türkei und in Kurdistan beziehen. Zudem wird sie die
Frage aufmachen, welche Alternative die türkische und kurdische Linke
bieten könnte.

Während des Vortrags werden Bilder aus der Zeit der Ausgangssperren in
Kurdistan im Jahr 2016 zu sehen sein. Duygu Yildiz war in dieser Zeit
auch von den Ausgangssperren betroffen und hielt ihre Erlebnisse in
dieser Zeit fotografisch fest.

03. Juli 2017 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von gruppe_x und der AG Freie Bildung der Uni Bielefeld mit Duygu Yildiz

„GESTERN MORGEN“ Lesung mit Bini Adamczak

GESTERN MORGEN
Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft
Lesung mit Bini Adamczak

Die Re-Konstruktion einer kommunistischen Begierde führt in die Geschichte des Kommunismus und bürstet sie gegen den Strich: von 1939 bis 1917. Der Weg zu den revolutionären Wünschen führt die Autorin über deren Enttäuschung, über das doppelte Scheitern der russischen Revolution, das unbewältigt immer noch anhält. Das Buch birgt eine vergangene Zukunft, die Gegenwart hätte sein können und Zukunft sein kann: gestern morgen.

Auszug:
„Dem Antikommunismus ist zu allererst vorzuwerfen, dass er die Verbrechen des Stalinismus verharmlost. Nicht weil in den Gulags neben den Menschen auch noch eine Idee gemordet worden wäre – was für ein zynischer Einfall –, sondern weil erst der Kommunismus das historisch einklagbare Anrecht in die Welt gezwungen hat, keine Entmündigung hinzunehmen, nicht eine einzige Erniedrigung mehr ertragen zu müssen. Seit dem ist noch das kleinste Unrecht größer und das größte schmerzt um ein Vielfaches mehr.“

Zusammen mit der Autorin Bini Adamczak wollen wir 100 Jahre nach der Oktoberrevolution ihre Geschichte aufwerfen, ihr Scheitern thematisieren und fragen, wie sich heutige Linke und Kommunistinnen jenseits von Glorifizierung und Verleugnung auf sie beziehen könnten.

01. Mai 2017 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AG Freie Bildune der Universität Bielefeld mit Bini Adamczak

Star Trek als feministische Utopie?

Geschlechtslose Humanoide, ein Symbiont abwechselnd in weiblichem und männlichem Körper, ein schwangerer Mann, weibliche Kapitäninnen, Kommandeurinnen und Admirälinnen – das alles gibt es in der Science Fiction Serie Star Trek. Handelt es sich hierbei um feministische Utopien?

Wir wäre das utopische Moment in Star Trek aus Sicht von Gleichheits- und Differenzfeminismus, aus den Perspektiven eines radikalen oder queerfeministischen Ansatzes einzuschätzen? Darüber wird an diesem Roten Montag vorgetragen und beraten werden.

Anhand allgemeiner und feministischer Utopietheorie diskutieren wir den utopischen Gehalt bei Star Trek, insbesondere in den Serien „The Next Generation“ und „Deep Space Nine“. Ein Vortrag, der sowohl für gesottene Fans als auch Star Trek-Neulinge verspricht unterhaltsam zu werden.

Lisa Doppler studierte Migrationswissenschaften und arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation zu Refugeestrike und Herbert Marcuses Protesttheorie. Alexander Neupert-Doppler schrieb Bücher zu Staatsfetischismus (2013) und Utopie (2015) und arbeitet als Bildungsreferent der Falken in Hannover.

06. März 2017 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AG Freie Bildung der Universität Bielefeld mit Lisa Doppler

Lexikon der Leistungsgesellschaft – Lesung mit Sebastian Friedrich

Der Streifzug durch alltägliche Begriffe der »Leistungsgesellschaft« erkundet die vorherrschende Ideologie des flexiblen Kapitalismus: den Neoliberalismus. Er ist weit mehr als ein wirtschafts- und sozialpolitischer Ansatz. Die neoliberale Ideologie prägt unsere Persönlichkeit, unser Denken, unser Handeln. Während wir Sport treiben, wir über unseren Arbeitgeber sprechen, als sei er unser bester Freund, wir in Dating-Portalen nach der Liebe fürs Leben oder dem schnellen Sex suchen, wir unser 70er Jahre-Rennrad das Altbau-Treppenhaus hochtragen, wir herzhaft über die Prolls in der Eckkneipe lachen, wir uns über unsere aktuellen Prokrastinationserfahrungen austauschen, wir mit einem coffee to go bewaffnet im Stechschritt durch die Stadt marschieren, wir lustige ironisch-geistreiche Anmerkungen machen, wir uns wieder nicht entscheiden können und wir am Ende des Tages einmal mehr versucht haben, das zu verdrängen, was längst Gewissheit geworden ist: dass es so nicht weitergehen kann.

*Der Autor:*
/Sebastian Friedrich/ ist Redakteur von kritisch-lesen.de und Verfasser der
Kolumne „Lexikon der Leistungsgesellschaft“, die seit April 2013 bei der linken
Monatszeitung ak– analyse und kritik erscheint.

05. Dezember 2016 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AG Freie Bildung der Universität Bielefeld mit Sebastian Friedrich

NEUER TERMIN!: Popfeminismus zwischen Emanzipation und Selbstinszenierung

Spätestens seit Miley Cyrus 2014 nackt auf einer Abrissbirne saß und sich als „eine der größten Feministinnen der Welt“ bezeichnete, werden feministische Themen auch im Mainstream der Popkultur verhandelt. Welche Möglichkeiten und Grenzen ergeben sich aus der Popkultur als Aktionsfeld des Feminismus? Inwieweit trägt die Repräsentation von Frauen* in der männerdominierten Popkultur zur Entwicklung von DIY Strukturen bei und verhilft zur Aneignung subversiver Räume? Ermöglicht Popfeminismus eine Verbreitung emanzipatorischer Ansätze oder besteht andererseits die Gefahr, dass Feminismus durch inhaltsleere (Selbst-)Inszenierungen zu einer hohlen Phrase verkommt? Wann verfällt aber eine feministische Kritik an dieser Selbstinszenierung auch in konservative Ideen vom „richtigen Feminismus“? Um diese Fragen zu diskutieren, wollen wir uns als Einstieg damit auseinandersetzen, was mit Popfeminismus eigentlich gemeint ist und seit wann Feminist*innen versuchen, Popkultur für sich zu nutzen. Von den Riot Grrrls bis zur R&B-Königin Beyonce heute, wollen wir gemeinsam mit der Referentin, Katja Peglow, (pop-)feministische Inhalte und Kritik in den Blick nehmen.

Katja Peglow arbeitet in Köln als Kulturwissenschaftlerin und freie Journalistin für Popkultur-Magazine wie Missy Magazine und Intro. 2011 brachte sie im Ventil Verlag den Band „Rot Grrrr Revisited! Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung“ heraus.

21. November 2016 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der Interventionistischen Linken (iL) Bielefeld mit Katja Peglow.