Archiv der Kategorie 'Interventionistische Linke'

NEUER TERMIN!: Popfeminismus zwischen Emanzipation und Selbstinszenierung

Spätestens seit Miley Cyrus 2014 nackt auf einer Abrissbirne saß und sich als „eine der größten Feministinnen der Welt“ bezeichnete, werden feministische Themen auch im Mainstream der Popkultur verhandelt. Welche Möglichkeiten und Grenzen ergeben sich aus der Popkultur als Aktionsfeld des Feminismus? Inwieweit trägt die Repräsentation von Frauen* in der männerdominierten Popkultur zur Entwicklung von DIY Strukturen bei und verhilft zur Aneignung subversiver Räume? Ermöglicht Popfeminismus eine Verbreitung emanzipatorischer Ansätze oder besteht andererseits die Gefahr, dass Feminismus durch inhaltsleere (Selbst-)Inszenierungen zu einer hohlen Phrase verkommt? Wann verfällt aber eine feministische Kritik an dieser Selbstinszenierung auch in konservative Ideen vom „richtigen Feminismus“? Um diese Fragen zu diskutieren, wollen wir uns als Einstieg damit auseinandersetzen, was mit Popfeminismus eigentlich gemeint ist und seit wann Feminist*innen versuchen, Popkultur für sich zu nutzen. Von den Riot Grrrls bis zur R&B-Königin Beyonce heute, wollen wir gemeinsam mit der Referentin, Katja Peglow, (pop-)feministische Inhalte und Kritik in den Blick nehmen.

Katja Peglow arbeitet in Köln als Kulturwissenschaftlerin und freie Journalistin für Popkultur-Magazine wie Missy Magazine und Intro. 2011 brachte sie im Ventil Verlag den Band „Rot Grrrr Revisited! Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung“ heraus.

21. November 2016 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der Interventionistischen Linken (iL) Bielefeld mit Katja Peglow.

Linke Perspektiven auf die soziale Frage

Veranstaltung zu Ansätzen linker sozialer Intervention
am Beispiel des Frankfurter Bündnisses „Frankfurt für alle“

Menschen brauchen Wohnraum, ökonomisches Auskommen und kulturelle Räume. Jahrzehnte neoliberaler Austeritäts- und Kürzungspolitik haben für immer mehr Menschen den Zugang hierzu erschwert. Nicht zuletzt die selbstermächtigte Überwindung der EU-Grenzen durch mehr Geflüchtete als je zuvor (und deren Versorgungsbedürfnisse) lässt den desolaten Zustand sozialer Grundversorgung offenkundig werden (z.B. mit bezahlbaren Wohnungen), mit der Folge, dass der Kampf um diese verknappten Ressourcen absehbar härter und schwieriger wird.

Die Frage der sozialen Absicherung, Teilhabe und Ressourcenverteilung ist aktuell und offen.

Von rechts (und im Nachzug von der etablierten „Mitte“) wird diese mit den üblichen Rezepten von Ausgrenzung, Spaltung und chauvinistischer Besitzstandwahrung beantwortet. Beinahe wöchentlich gibt es neue Anläufe, Aufenthaltsrechte zu beschneiden und Menschen, die ökonomisch nicht „verwertbar“ sind, abzuschieben. Andere werden unter härteren Arbeitsdruck gesetzt und soziale Standarts weiter eingedampft, worauf u.a. die Streikbewegungen des letzten Jahres reagiert haben.

Wollen wir nicht, dass dieser Kampf um Ressourcen unter den Bedingungen sozialer Spaltung gegeneinander ausgetragen, sondern dass er gemeinsam geführt wird, braucht es Ideen und Strukturen, die gemeinsames Handeln und die gemeinsame Suche nach Antworten unterstützen. Wie können sich existierende soziale Kämpfe und unterschiedliche Gruppen aufeinander beziehen und in gemeinsamen Kämpfen verbinden?

Eine solche Struktur beginnt das Frankfurter Bündnis FFM4ALL mit ihren „Frankfurt für alle“ – Ratschlägen aufzubauen. (Broschüre dazu: „Crossing Arms, Crossing Fights“ )

Aus den Erfahrungen dieses Bündnisses und von den Ideen, die es tragen, wird uns Hinrich Garms aus Offenbach, der an diesem Prozess aktiv beteiligt ist, berichten. Wir möchten gerne die Chancen und Möglichkeiten einer solchen Initiative, ihre Voraussetzungen und Fallstricke – natürlich auch als Überlegung für Bielefeld – mit Hinrich und Euch diskutieren.

07. März | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Interventionistischen Linken mit Hinrich Garms

Alternativveranstaltung Dezmeber

Da die unten angekündigte Veranstaltung für den Dezmber leider Ausfallen muss hier das neue Thema:

Europäische Horizonte
Transnational Social Strike, Blockupy, Beyond Europe, …
Wo stehen wir, was geht, was geht nicht?
Noch zu Beginn dieses Jahres war in unseren Reihen eine Euphorie zu
spüren: die Wahl der Syriza zur Regierungspartei hatte bei aller Kritik
und Skepsis einen Gedanken des „Europa von unten“ (neu) belebt. Die
breite Solidarität gegen die Akte der Austerität, das Signal des OXI
trotz der Erpressung durch die Troika hat uns eine Ahnung davon spüren
lassen, wie ein Europa aussehen könnte.

Seit dem Juli herrscht eher Katerstimmung und europäische Initiativen
von unten scheinen in der Defensive. Wir wollen mit verschiedenen kurzen
Inputs einige davon vorstellen, den Stand der Dinge darlegen und die
Frage aufwerfen: was hat das alles mit uns zu tun?

07. Dezember | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld mit Referent*in von UmsGanze

Umgang mit Migration in Europa: Rassistische Zuspitzung oder historische Chance?

Hunderttausende haben sich diesen Sommer auf der Flucht vor Krieg, Zerstörung, Hunger und Armut auf den Weg nach Europa gemacht. Ihnen wurde viel mediale Aufmerksamkeit und Willkommensgrüße zuteil, aber auch massive Einschüchterung durch Sicherheitskräfte und durch rechte Bewegungen in ganz Europa. Innerhalb weniger Tage wurden Grenzen geöffnet und wieder geschlossen, Zäune gebaut, Busse bereit gestellt, Bahnverbindungen gestoppt. Die Dublin-Regelungen sind durch die Realität längst überholt und zumindest temporär außer Kraft gesetzt. Die EU bereitet indes Militäreinsätze gegen „Schleuserbanden“ vor und die Bundesregierung bezieht sich positiv auf die offen rassistische Politik der ungarischen Regierung, indem sie den Vorschlag, Internierungslager an den Außengrenzen einzurichten, aufnimmt. Zeitgleich werden hierzulande so viele rassistische Brandanschläge und andere Übergriffe wie nie zuvor verübt. Angesichts dieser Zustände fühlen sich viele an die 1990er Jahre erinnert. Doch einiges ist anders: zugleich fing eine aktive Zivilgesellschaft tatkräftig an zu helfen, die politische Debatte verschob sich – zunächst in Richtung mehr Humanismus, jetzt wieder in Richtung Grenzsicherung. Immer wieder passierten Dinge, die vor wenigen Wochen noch undenkbar schienen.
Wie sind diese Umbrüche im europäischen Migrationsregime zu bewerten? Haben wir hier erlebt, was Autonomie der Migration heißen kann, dass die Politik den realen Bewegungen und Entwicklungen kaum hinterherkommt? Was bedeuten die Ereignisse der letzten Wochen für die Situation der Geflüchteten in Europa? Und vor allem: was sollten (radikale) Linke in Europa angesichts der Entwicklungen praktisch tun?

Der Referent war diesen Sommer an der Unterstützung der Geflüchteten am Wiener Westbahnhof beteiligt und beschäftigt sich seit vielen Jahren im Rahmen des Netzwerks Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung (kritnet) mit sozialen Kämpfen von Geflüchteten für Bewegungsfreiheit und Würde.

02. November | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der interventionistischen Linken Bielefeld

Ein neuer, alter Internationalismus? Reflexionen zu Geschichte und Gegenwart solidarischer Praxis.

‚Internationalismus‘ haben sich schon die klassische Arbeiterbewegung oder die Frauenbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben. Doch stellte es sich als verdammt schwer heraus, diese Perspektive auch in der Praxis der eigenen Organisationen um- und durchzusetzen: Was heißt es konkret, die eigenen Kämpfe als internationale Kämpfe zu begreifen? Wie können sich Bewegungen grenzübergreifend unterstützen und welche Ziele verfolgen sie damit? Was heißt die damit verbundene Solidarität im Detail und welche Probleme und Widersprüche können sich daraus ergeben? Mit wem oder was ist mensch im Einzelnen überhaupt solidarisch – mit Bewegungen, Organisationen, Kämpfen, Ländern, Aktionsformen?
Diese alten Fragen haben nichts an Relevanz verloren. Auch während der Hochphase der Solidarität mit nationalen Befreiungsbewegungen und der späteren (Selbst-)Kritik daran, wurde darum ebenso erbittert gestritten, wie zu Zeiten der globalisierungskritischen Bewegung. Was kann ein Nachdenken über die Geschichte des Internationalismus in der Bundesrepublik beitragen um gleiche Fehler nicht zu wiederholen, wenn wir heute mit Rojava und Lampedusa solidarisch sein wollen oder z.B. im Rahmen von blockupy versuchen transnationale Bündnisse zu etablieren?

Diese und weitere Fragen sollen in einem Vortrag mit anschließender Diskussion mit Michael Ramminger, Interventionistische Linke Münster, aktiv in der „Lateinamerikasolidarität“ seit den frühen 1970er Jahren, beleuchtet werden.

04. Mai | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Interventionistischen Linken Bielefeld mit Michael Ramminger (IL Münster)