Archiv der Kategorie 'Gruppe Kritik & Intervention'

Der Klassenkampf und die Kommunist*innen

Am 31. März haben in Frankfurt/Main mehrere Tausend Menschen an der Demo des europäischen antikapitalistischen Bündnisses M31 teilgenommen. Dieses versteht sich als erster Schritt zur weitergehenden europäischen Vernetzung und Organisierung der radikalen Linken jenseits identitärer Sphären und Spektren. Der Kapitalismus bzw. die bürgerliche Gesellschaft lassen sich aber natürlich nicht mittels eines oder mehrerer Aktionstage abschaffen bzw. überwinden. Dazu ist eine langfristige und nachhaltige Praxis nötig, die in ihrer Analyse und Kritik auf die gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Gänze zielt. Eine solche nachhaltige Praxis ergibt sich dabei schlechterdings nicht spontan oder urwüchsig, sie bedarf einer Strategie.

Die Basisgruppe Antifaschismus (BA), organisiert im kommunistischen …umsGanze! Bündnis, hat bereits 2012 mit dem Zweck des Anstoßes einer solchen Debatte innerhalb der radikalen Linken, einen Entwurf für solch eine mögliche Strategie mit dem Titel „Der Klassenkampf und die Kommunist*innen“ vorgelegt. Der Text versucht das Verhältnis der Kommunist*innen zum Feld „Klassenkampf“ zu bestimmen und macht für dieses einen Strategievorschlag. Dabei erheben die Bremer*innen mit ihrem Text „nicht den Anspruch den der Weisheit letzten Schluss gezogen zu haben, er ist vielmehr eine Einladung zur Diskussion“. Wir haben diese Einladung gerne angenommen.

07. April 2014 | 20h | von Gruppe Kritik & Intervention mit Basisgruppe Antifaschismus (Bremen)

Staat oder Revolution – Aspekte linker Bolschewismuskritik

Die Idee der Revolution und die einer sozialistischen Gesellschaft haben im Angesicht der Erfahrung mit dem einst sog. real-existierenden Sozialismus schwersten Schaden erlitten. Zu Recht, hat doch das von Lenin und seinen Nachfolgern angeführte staatssozialistische Experiment einen einzigen Trümmerhaufen hinterlassen. Der Kommunismus steht seitdem für politische Unfreiheit, ökonomische Ineffizienz und Staatsterror, dem Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind. Angesichts dessen, was man sich zu verwirklichen vornahm, die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft und die Emanzipation der Menschheit, fällt die Bilanz katastrophal aus. Daran ist nicht zu rütteln. Was jedoch gerne verdrängt und vergessen wird, ist die historische Tatsache, dass es bereits sehr früh eine radikale Kritik von Links am bolschewistischen Staatskommunismus gab. Diese war nicht bloß sehr hell- und weitsichtig, sondern stand auch für eine geschichtlich unterlegene Perspektive: Treue zur Idee radikaler Emanzipation von jeder Herrschaft bei gleichzeitig bedingungsloser Kritik autoritärer Befreiungsmodelle. Der Vortrag will diese von Staatskommunist*innen wie Antikommu-nist*innen in seltener Einigkeit bekämpfte oder ignorierte und entsprechend wenig bekannte Tradition vorstellen und auf ihre bleibende Aktualität hin befragen.

Hendrik Wallat schreibt u.A. für Phase 2 sowie Analyse & Kritik zu den Schwerpunkten politische Theorie, Philosophie und Gesellschaftskritik. Beim [RM] stellt er Teile seines (fast) gleichnamigen Buches vor und zur Diskussion (erschienen bei der Edition-Assemblage)

05.08.2013 | 20h |von Gruppe Kritik & Intervention und [association critique] mit Hendrik Wallat

Sozialer Protest in der Krise

Die Krise des europäischen Kapitalismus und seiner Verwaltungsinstanzen befindet sich mittlerweile im siebten Jahr. Für die Peripherie Europas hat sie bisher ziemlich drastische Zumutungen zur Folge. Die Massenarmut in Griechenland oder Spanien nimmt eine neue Qualität an. Die soziale Verelendung nimmt zu. Die europäischen Staaten reagieren mit der Austeritätspolitik, welche die ökonomischen Zwänge durch behördlichen Druck und von der EU verordnete Spardiktate ergänzt. Das ist einerseits der Ausgangspunkt neuer sozialer Bewegung, die die Risse des Kapitalismus nicht mehr zukitten will, sondern versucht Alternativen zum herrschenden Chaos zu denken und zu entwerfen. Solche Ansätze sind aber nach wie vor marginalisiert. Reaktionäre Bewegungen, nicht nur in Griechenland („Goldene Morgenröte“) und in Ungarn, finden viel Beifall in Krisenzeiten. Rassistische, nationalistische und sozialchauvinistische Hetze gegen die „Pleitegriechen“(Bild) sind besonders in Deutschland der Normalfall. Deutschland generiert sich als Krisengewinner, der sich zusammen mit Frankreich die ökonomische Potenz in Europa sichert. Doch auch im Zentrum des europäischen Kapitalismus gibt und gab es Widerstand. Zentral waren im letzten Jahr die Proteste am 31. März und die Blockupy Aktionstage im Mai, die 2013 wieder aufgenommen werden. Von einer sozialen Gegenhegemonie ist nicht zu sprechen. Was eine antikapitalistische Bewegung erfüllen müsste, damit sie dies werden kann und was sie bisher falsch gemacht hat, wollen wir mit einem Referenten der Antifa Frankfurt und dem Hamburger Autoren Justin Monday diskutieren.

1. April 2013 | 20Uhr | von Gruppe Kritik & Intervention mit Antifa FFM und Justin Monday

Umbruch, stetiger Prozess, Revolution, kleine Schritte – wie die Gesellschaft verändern?

Pünktlich zum neuen Jahr fragt der Rote Montag danach, wie sich die Veränderung der Gesellschaft denken lässt. Als radikale Linke träumen wir ja öfter mal vom Kommunismus, von der herrschaftsfreien Gesellschaft, von der freien Assoziation freier Individuen oder einfach davon, „ohne Angst verschieden sein zu dürfen“. Aber wie stellen wir uns den Weg von hier nach dort eigentlich vor? Wollen wir auf den Tag der Revolution hinaus? Oder geht es eher um einen stetigen Prozess der gesellschaftlichen Veränderung, der lange dauern wird? Schreiten wir fragend voran? Oder wissen wir wie’s geht? Und: Wohin soll es eigentlich gehen? Oder muss man das nicht wissen?

Diese Fragen werden wir beim Roten Montag angehen. Zunächst werden Vertreter_innen einiger der am Roten Montag beteiligten Gruppen und weitere Einzelpersonen ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Veränderung in 5 Minuten skizzenhaft vorstellen. Nach diesen kurzen Statements wollen wir in eine offene Diskussion übergehen, zu der wir alle Anwesenden herzlich einladen!

Auch wenn es etwas spät ist: Wir lassen zum neuen Jahr noch einmal für alle die Sektkorken knallen!

7. Januar 2013 | 20Uhr | von und mit [Roter Montag]

„Dem Kirchenchor dazwischen singen!“ – Liederabend 2.0

Ende November beginnt sie wieder, die Adventszeit. Draußen wird es immer ungemütlicher, dunkel und kalt, drinnen treffen sich die Familien bei heißem Kakao und Kerzenschein, es weihnachtet gar zu sehr und die alljährlichen Lieder werden angestimmt um Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann willkommen zu heißen. Dabei fällt bei aller Heimeligkeit untern vollbepackten Tisch, dass Nikolaus und Weihnachtsmann ihre Geschenke nicht selber basteln, ja selbst der Vertrieb der Produkte ist längst outgesourct! Den Wichteln, die die Drecksarbeit da draußen bei Eiseskälte verrichten müssen, den Rentieren, die sich vor lauter Frust ´ne rote Nase saufen, kurz: der Arbeiter_innenschaft gilt auch dieses Jahr unsere Solidarität! Kurz vor Nikolaus, bevor die Lieder angestimmt werden, mit denen diese gar schrecklichen Arbeitsbedingungen jedes Jahr auf´s Neue verherrlicht und gerechtfertigt werden, wollen wir euch einladen mit uns zusammen und in vollem Brustton der Überzeugung, unterstützt durch eine wärmende Lokalrunde, dagegen zu halten und die alten und jüngeren Klassiker des Proletariats anzustimmen!
Dabei wird uns diesmal die „Rote Soirée Fraktion“ aus Bielefeld live unterstützen. Später gibt es dann noch „Dampflokverbot“ mit Musik im Stile des postmodernen Prekariats, damit ihr auch alle auf Eure Kosten kommt!

3. Dezember 2012 | 20Uhr | von [Roter Montag] mit Rote Soirée Fraktion + Dampflokverbot (spielt Sitzmusik)