Archiv der Kategorie '[association critique]'

Entstehung und Entwicklung der Alternative für Deutschland

Die Alternnative für Deutschland hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Sowohl bei den Europawahlen im Mai 2014 als auch bei Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg im Sommer 2014 würde die AfD nach den Hochrechnungen der letzten Monate einziehen.
Neben einer Darstellung der Daten und Forderungen der Partei wird der Soziologe Andreas Kemper auf die maßgebenden Gruppen und Einzelpersonen in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen der AfD der letzten zehn Jahre eingehen.
Seit dem Jahreswechsel gibt es erhebliche innerparteiliche Richtungskämpfe zwischen nationalliberalen und neoliberalen Kräfte, in denen es auch darum geht, welche Rolle hierbei Rechtspopulist*innen einnehmen. Diese Kontroverse wird offen untersucht, wobei die innerparteilichen Differenzen („autoritäre Säuberungsaktion“ versus „Befreiung von Querulanten/ rechtsextremen Zirkeln“) mitberücksichtigt wird.
Nach dem Vortrag wird ausreichend Zeit für Nachfragen und kontroverse Diskussionen sein.

Biographische Notiz
Andreas Kemper (andreaskemper.wordpress.com) veröffentlichte neben dem Buch zur AfD „Rechte Euro-Rebellion“ eine Einführung in das Thema Klassismus (zusammen mit H. Weinbach), sowie kritische Bücher zum organisierten Antifeminismus/ Maskulismus. Im Frühjahr 2014 erschien die Publikation „Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“. Andreas Kemper promoviert in Münster zum Thema Klassismus.

Termin:
5. Mai2014 | 20Uhr | von [as­so­cia­ti­on cri­tique] und An­ti­fa-​AG an der Uni Bie­le­feld mit An­dre­as Kem­per

Staat oder Revolution – Aspekte linker Bolschewismuskritik

Die Idee der Revolution und die einer sozialistischen Gesellschaft haben im Angesicht der Erfahrung mit dem einst sog. real-existierenden Sozialismus schwersten Schaden erlitten. Zu Recht, hat doch das von Lenin und seinen Nachfolgern angeführte staatssozialistische Experiment einen einzigen Trümmerhaufen hinterlassen. Der Kommunismus steht seitdem für politische Unfreiheit, ökonomische Ineffizienz und Staatsterror, dem Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind. Angesichts dessen, was man sich zu verwirklichen vornahm, die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft und die Emanzipation der Menschheit, fällt die Bilanz katastrophal aus. Daran ist nicht zu rütteln. Was jedoch gerne verdrängt und vergessen wird, ist die historische Tatsache, dass es bereits sehr früh eine radikale Kritik von Links am bolschewistischen Staatskommunismus gab. Diese war nicht bloß sehr hell- und weitsichtig, sondern stand auch für eine geschichtlich unterlegene Perspektive: Treue zur Idee radikaler Emanzipation von jeder Herrschaft bei gleichzeitig bedingungsloser Kritik autoritärer Befreiungsmodelle. Der Vortrag will diese von Staatskommunist*innen wie Antikommu-nist*innen in seltener Einigkeit bekämpfte oder ignorierte und entsprechend wenig bekannte Tradition vorstellen und auf ihre bleibende Aktualität hin befragen.

Hendrik Wallat schreibt u.A. für Phase 2 sowie Analyse & Kritik zu den Schwerpunkten politische Theorie, Philosophie und Gesellschaftskritik. Beim [RM] stellt er Teile seines (fast) gleichnamigen Buches vor und zur Diskussion (erschienen bei der Edition-Assemblage)

05.08.2013 | 20h |von Gruppe Kritik & Intervention und [association critique] mit Hendrik Wallat

Umbruch, stetiger Prozess, Revolution, kleine Schritte – wie die Gesellschaft verändern?

Pünktlich zum neuen Jahr fragt der Rote Montag danach, wie sich die Veränderung der Gesellschaft denken lässt. Als radikale Linke träumen wir ja öfter mal vom Kommunismus, von der herrschaftsfreien Gesellschaft, von der freien Assoziation freier Individuen oder einfach davon, „ohne Angst verschieden sein zu dürfen“. Aber wie stellen wir uns den Weg von hier nach dort eigentlich vor? Wollen wir auf den Tag der Revolution hinaus? Oder geht es eher um einen stetigen Prozess der gesellschaftlichen Veränderung, der lange dauern wird? Schreiten wir fragend voran? Oder wissen wir wie’s geht? Und: Wohin soll es eigentlich gehen? Oder muss man das nicht wissen?

Diese Fragen werden wir beim Roten Montag angehen. Zunächst werden Vertreter_innen einiger der am Roten Montag beteiligten Gruppen und weitere Einzelpersonen ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Veränderung in 5 Minuten skizzenhaft vorstellen. Nach diesen kurzen Statements wollen wir in eine offene Diskussion übergehen, zu der wir alle Anwesenden herzlich einladen!

Auch wenn es etwas spät ist: Wir lassen zum neuen Jahr noch einmal für alle die Sektkorken knallen!

7. Januar 2013 | 20Uhr | von und mit [Roter Montag]

„Dem Kirchenchor dazwischen singen!“ – Liederabend 2.0

Ende November beginnt sie wieder, die Adventszeit. Draußen wird es immer ungemütlicher, dunkel und kalt, drinnen treffen sich die Familien bei heißem Kakao und Kerzenschein, es weihnachtet gar zu sehr und die alljährlichen Lieder werden angestimmt um Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann willkommen zu heißen. Dabei fällt bei aller Heimeligkeit untern vollbepackten Tisch, dass Nikolaus und Weihnachtsmann ihre Geschenke nicht selber basteln, ja selbst der Vertrieb der Produkte ist längst outgesourct! Den Wichteln, die die Drecksarbeit da draußen bei Eiseskälte verrichten müssen, den Rentieren, die sich vor lauter Frust ´ne rote Nase saufen, kurz: der Arbeiter_innenschaft gilt auch dieses Jahr unsere Solidarität! Kurz vor Nikolaus, bevor die Lieder angestimmt werden, mit denen diese gar schrecklichen Arbeitsbedingungen jedes Jahr auf´s Neue verherrlicht und gerechtfertigt werden, wollen wir euch einladen mit uns zusammen und in vollem Brustton der Überzeugung, unterstützt durch eine wärmende Lokalrunde, dagegen zu halten und die alten und jüngeren Klassiker des Proletariats anzustimmen!
Dabei wird uns diesmal die „Rote Soirée Fraktion“ aus Bielefeld live unterstützen. Später gibt es dann noch „Dampflokverbot“ mit Musik im Stile des postmodernen Prekariats, damit ihr auch alle auf Eure Kosten kommt!

3. Dezember 2012 | 20Uhr | von [Roter Montag] mit Rote Soirée Fraktion + Dampflokverbot (spielt Sitzmusik)

Das Zusammendenken von Queer-Feminismus und Kapitalismuskritik

Queer-feministische Kritik und die damit angestrebten Dekonstruktionen von Machtkategorien wie z.B. soziale oder biologische Zweigeschlechtlichkeit (Mann-Frau) stehen im direkten Zusammenhang mit gesellschaftlichen, somit auch ökonomischen Verhältnissen. Welche Veränderungen von Geschlechtlichkeiten lassen kapitalistische Produktionsverhältnisse zu und wie könnte eine emanzipatorische Utopie von Geschlecht umgesetzt werden um mit dieser letztendlich auch ökonomische Verwertungslogiken ins Wanken zu bringen?

Dr. Heinz-Jürgen Voß ist wiss. Mitarbeiter_in in Halle und forscht und lehrt zu Geschlecht, Biologie und Queer.

03. September 2012 | von [association critique] mit Dr. Heinz-Jürgen Voß