Archiv der Kategorie 'Antira AG'

Abschiebehaft – aktuelle politische und gesetzliche Entwicklungen

Am 15. Mai 2015 wurde die Abschiebehaft in Büren wieder offiziell eröffnet. Seitdem werden Abschiebehäftlinge wieder dort eingesperrt. Büren ist nicht der einzige Knast in Deutschland, der für die konsequente Durchsetzung von Abschiebungen sorgen soll. In den letzten Monaten hat die Politik auf Bundesebene weitere gesetzliche Verschärfungen durchgesetzt – ebenso erlässt das Land NRW noch im Juni 2016 neue Restriktionen. Frank Gockel, der seit Jahren für die Abschaffung von Abschiebehaft kämpft, wird die aktuellen Entwicklungen darstellen und kommentieren.

06. Juni 2016 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AntiRa AG der Uni Bielefeld mit Frank Gockel

Stop Deportation! Abschiebungen verhindern

Über 10.000 Menschen wurden im Jahr 2014 aus Deutschland abgeschoben. Über ein Drittel davon in andere europäische Länder, weil Deutschland gemäß der Dublin-Verordnung nicht für das Asylverfahren der Menschen, die bereits ein anderes europäisches Land betreten haben, zuständig ist. Wer also beispielsweise über Italien oder Ungarn eingereist ist, bekommt in Deutschland kein Asylverfahren, sondern wird wieder dorthin zurückgeschoben. Viele Geflüchtete berichten jedoch immer wieder, in Italien auf der Straße leben zu müssen oder in Ungarn im Knast eingesperrt gewesen zu sein. Nach monate- oder jahrelanger Flucht können sie so auch nachdem sie in Europa angekommen sind, nicht zur Ruhe kommen.

Die Abschiebungspraxis deutscher Behörden selbst ist für viele Asylsuchende traumatisierend. MitarbeiterInnen der Polizei und der Ausländerbehörden kommen, meist unangekündigt, nachts oder in den frühen Morgenstunden in die Unterkünfte oder Wohnungen, um die Betroffenen zum Flughafen zu bringen. Diese haben meist nur eine halbe Stunde Zeit, um auszuwählen, was sie mitnehmen möchten. Dabei darf ihr Gepäck höchstens 20 kg pro Person betragen. Die Möglichkeit, sich von FreundInnen und Verwandten zu verabschieden oder einen Rechtsanwalt zu kontaktieren gibt es meist nicht.

Doch es regt sich Widerstand auf unterschiedlichen Ebenen. So leisten einerseits Geflüchtete noch während dem Akt der Abschiebung selbst Widerstand, auch wenn meist versucht wird, diesen brutal zu brechen. Andererseits wurden auch kollektive Widerstandsmöglichkeiten in den letzten Monaten, insbesondere in Osnabrück erfolgreich erprobt. Über 30 Abschiebungen konnten dort inzwischen durch Blockadeaktionen verhindert werden.

Wir wollen gemeinsam mit euch überlegen, ob und wie auch in Bielefeld und Umgebung Abschiebungen konkret verhindert werden können, welche Strukturen und Bündnisse es braucht und wie wir diese gemeinsam aufbauen können.

13. April | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Antira-AG/move & resist mit Referent_innen von No Lager Osnabrück und dem AK Asyl Bielefeld

Deutschland Postkolonial

Der Rote Montag am 2. Juni findet unter dem Titel „Deutsch­land Post­ko­lo­ni­al“ statt und wird von der Gruppe „Move and Re­sist“ und der An­ti­ra-​AG an der Uni Bie­le­feld veranstaltet. Los gehts wie immer um 20.00Uhr.

Rassistische Personenkontrollen und Möglichkeiten des Widerstands

Racial Profiling beschreibt eine Polizeipraxis, deren Anwendung in Deutschland bisher offiziell geleugnet wird. Dabei geht es um willkürliche Personenkontrollen aufgrund rassialisierter Hautfarbe, Ethnie, Religion, Sprache etc.; eine Praxis, die im öffentlichen Raum – auf der Straße, in Öffentlichen Verkehrsmitteln, in Parks und Einkaufscentern – oft zu beobachten ist. Rassistische Kontrollen gehören für viele Menschen, die in Deutschland nicht der weißen Mehrheitsgesellschaft angehören, zum Alltag.
Biplab Basu von der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (Berlin) berichtet an diesem Abend über die gegenwärtige Praxis rassistischer Personenkontrollen in Deutschland. Anschließend sollen Handlungsmöglichkeiten gegen Racial Profiling diskutiert werden.

1. Juli 2013 | 20 h | von move & resist! und Antira AG an der Uni Bielefeld

Umbruch, stetiger Prozess, Revolution, kleine Schritte – wie die Gesellschaft verändern?

Pünktlich zum neuen Jahr fragt der Rote Montag danach, wie sich die Veränderung der Gesellschaft denken lässt. Als radikale Linke träumen wir ja öfter mal vom Kommunismus, von der herrschaftsfreien Gesellschaft, von der freien Assoziation freier Individuen oder einfach davon, „ohne Angst verschieden sein zu dürfen“. Aber wie stellen wir uns den Weg von hier nach dort eigentlich vor? Wollen wir auf den Tag der Revolution hinaus? Oder geht es eher um einen stetigen Prozess der gesellschaftlichen Veränderung, der lange dauern wird? Schreiten wir fragend voran? Oder wissen wir wie’s geht? Und: Wohin soll es eigentlich gehen? Oder muss man das nicht wissen?

Diese Fragen werden wir beim Roten Montag angehen. Zunächst werden Vertreter_innen einiger der am Roten Montag beteiligten Gruppen und weitere Einzelpersonen ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Veränderung in 5 Minuten skizzenhaft vorstellen. Nach diesen kurzen Statements wollen wir in eine offene Diskussion übergehen, zu der wir alle Anwesenden herzlich einladen!

Auch wenn es etwas spät ist: Wir lassen zum neuen Jahr noch einmal für alle die Sektkorken knallen!

7. Januar 2013 | 20Uhr | von und mit [Roter Montag]