Archiv der Kategorie 'AG Freie Bildung'

„GESTERN MORGEN“ Lesung mit Bini Adamczak

GESTERN MORGEN
Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft
Lesung mit Bini Adamczak

Die Re-Konstruktion einer kommunistischen Begierde führt in die Geschichte des Kommunismus und bürstet sie gegen den Strich: von 1939 bis 1917. Der Weg zu den revolutionären Wünschen führt die Autorin über deren Enttäuschung, über das doppelte Scheitern der russischen Revolution, das unbewältigt immer noch anhält. Das Buch birgt eine vergangene Zukunft, die Gegenwart hätte sein können und Zukunft sein kann: gestern morgen.

Auszug:
„Dem Antikommunismus ist zu allererst vorzuwerfen, dass er die Verbrechen des Stalinismus verharmlost. Nicht weil in den Gulags neben den Menschen auch noch eine Idee gemordet worden wäre – was für ein zynischer Einfall –, sondern weil erst der Kommunismus das historisch einklagbare Anrecht in die Welt gezwungen hat, keine Entmündigung hinzunehmen, nicht eine einzige Erniedrigung mehr ertragen zu müssen. Seit dem ist noch das kleinste Unrecht größer und das größte schmerzt um ein Vielfaches mehr.“

Zusammen mit der Autorin Bini Adamczak wollen wir 100 Jahre nach der Oktoberrevolution ihre Geschichte aufwerfen, ihr Scheitern thematisieren und fragen, wie sich heutige Linke und Kommunistinnen jenseits von Glorifizierung und Verleugnung auf sie beziehen könnten.

01. Mai 2017 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AG Freie Bildune der Universität Bielefeld mit Bini Adamczak

Star Trek als feministische Utopie?

Geschlechtslose Humanoide, ein Symbiont abwechselnd in weiblichem und männlichem Körper, ein schwangerer Mann, weibliche Kapitäninnen, Kommandeurinnen und Admirälinnen – das alles gibt es in der Science Fiction Serie Star Trek. Handelt es sich hierbei um feministische Utopien?

Wir wäre das utopische Moment in Star Trek aus Sicht von Gleichheits- und Differenzfeminismus, aus den Perspektiven eines radikalen oder queerfeministischen Ansatzes einzuschätzen? Darüber wird an diesem Roten Montag vorgetragen und beraten werden.

Anhand allgemeiner und feministischer Utopietheorie diskutieren wir den utopischen Gehalt bei Star Trek, insbesondere in den Serien „The Next Generation“ und „Deep Space Nine“. Ein Vortrag, der sowohl für gesottene Fans als auch Star Trek-Neulinge verspricht unterhaltsam zu werden.

Lisa Doppler studierte Migrationswissenschaften und arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation zu Refugeestrike und Herbert Marcuses Protesttheorie. Alexander Neupert-Doppler schrieb Bücher zu Staatsfetischismus (2013) und Utopie (2015) und arbeitet als Bildungsreferent der Falken in Hannover.

06. März 2017 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AG Freie Bildung der Universität Bielefeld mit Lisa Doppler

Lexikon der Leistungsgesellschaft – Lesung mit Sebastian Friedrich

Der Streifzug durch alltägliche Begriffe der »Leistungsgesellschaft« erkundet die vorherrschende Ideologie des flexiblen Kapitalismus: den Neoliberalismus. Er ist weit mehr als ein wirtschafts- und sozialpolitischer Ansatz. Die neoliberale Ideologie prägt unsere Persönlichkeit, unser Denken, unser Handeln. Während wir Sport treiben, wir über unseren Arbeitgeber sprechen, als sei er unser bester Freund, wir in Dating-Portalen nach der Liebe fürs Leben oder dem schnellen Sex suchen, wir unser 70er Jahre-Rennrad das Altbau-Treppenhaus hochtragen, wir herzhaft über die Prolls in der Eckkneipe lachen, wir uns über unsere aktuellen Prokrastinationserfahrungen austauschen, wir mit einem coffee to go bewaffnet im Stechschritt durch die Stadt marschieren, wir lustige ironisch-geistreiche Anmerkungen machen, wir uns wieder nicht entscheiden können und wir am Ende des Tages einmal mehr versucht haben, das zu verdrängen, was längst Gewissheit geworden ist: dass es so nicht weitergehen kann.

*Der Autor:*
/Sebastian Friedrich/ ist Redakteur von kritisch-lesen.de und Verfasser der
Kolumne „Lexikon der Leistungsgesellschaft“, die seit April 2013 bei der linken
Monatszeitung ak– analyse und kritik erscheint.

05. Dezember 2016 | 20 Uhr | Extra Blues Bar
veranstaltet von der AG Freie Bildung der Universität Bielefeld mit Sebastian Friedrich

Höhere Mächte sind auch keine Erlösung – Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise

Ob Religion, Esoterik oder Politik: Zeiten, in denen sich der krisenhafte Zustand der Welt herumgesprochen hat und unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, sind gute Zeiten für einfache Botschaften. Wo sich Demut statt Vernunft, Wut statt Kritik und Glauben-wollen statt Wissen-wollen durchsetzen, herrschen Denkfaulheit, Regression und Irrationalität. Doch nicht genug: Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist immer auch die nach starken Führern, die heutzutage gerne auch mal Führerinnen sein dürfen, wenn sie nur Halt und Orientierung versprechen.

Was muss emanzipatorische Kritik leisten, die sich weder mit der kapitalistischen Krise noch mit ihrer regressiven Verarbeitung in den Köpfen abfinden will und die am Ideal einer Gesellschaft freier Menschen in freien Vereinbarungen festhält?

04. April | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der AG Freie Bildung der Universität Bielefeld mit Lothar Galow-Bergemann

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für konkret, Jungle World und emafrie.de

Wir akzeptieren kein diskriminierendes und menschenverachtendes Verhalten wie beispielsweise Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homo- und Trans*feindlichkeit und behalten uns vor, Menschen des Raumes zu verweisen.

Technik – emanzipatorisches Medium oder Herrschaftsinstrument?

Was die Bedeutung von Technik für soziale und politische Prozesse angeht, gehen die Auffassungen innerhalb der kritischen Öffentlichkeit weit auseinander. Die einen sehen Technik, wie etwa das Internet, als Mittel zur Aktivierung sozialer Proteste und Demokratisierung der Gesellschaft, andere verstehen sie als Herrschaftsinstrument zur Kontrolle und Überwachung. Ausgehend davon steht im Mittelpunkt des Vortrags die Frage: Welchen Einfluss haben technische Entwicklungen auf Prozesse und Dynamik von sozialen Bewegungen und Protestbewegungen? Um einer Antwort auf die Spur zu kommen gibt der Vortrag zunächst einen knappen historischen Überblick über die Entwicklung von Technikauffassungen sozialer Bewegungen. Anschließend werden aktuelle Positionen dargestellt und schließlich wird ein Ausblick auf aktuelle Herausforderungen unternommen.

Dr. Annette Ohme-Reinicke, studierte in Frankfurt am Main, promovierte zum Technikbegriff sozialer Bewegungen und ist Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart. Ihre letzten Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Protestbewegung gegen „Stuttgart 21″, neuer Bürgerschaftlichkeit und politischer Partizipation.

01. Juni | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von //re_vision medienkollektiv und ag freie bildung mit Annete Ohme-Reinicke