Need for Speed? Thesen zum Akzelerationismus

1. Ways of Future Pasts. (Radikale) Linke, folk politics und komplexe Zeiten.

In der ersten These wird der Fetisch der politischen Linken für lokale Politiken, direkte Aktionen und symbolische Gesten assoziiert mit ihren Schwierigkeiten zur Artikulation positiver Zukunftsentwürfe. Die routinierte Verteidigungshaltung in der politischen Linken verwundert nicht nur angesichts katastrophaler sozialer und ökonomischer Zustände, sondern auch aufgrund gegenwärtiger technologischer Bedingungen für die Gestaltung einer post-kapitalistischen Gesellschaft.

2. Accelerate epistemic capacities!

Die zweite These argumentiert, dass die politische Linke von einer Angst vor der Zukunft paralysiert ist, weil sie die Bedingungen für eine Navigation durch die zukunftsorientierten Möglichkeiten der Gegenwart mit dem kapitalistischen Projekt gleichsetzt. Spekulationen sowie mehr oder weniger konkrete Strategien für ein emanzipatorisches Morgen werden heute der Entfremdung preisgegeben. Ideen für ein notwendig anderes Verständnis von Rationalität als konstitutiv für linke Politik runden diese traurige Betrachtung ab.

3. Kommunismus durch Digitalisierung?

Die dritte These diskutiert die Machbarkeit eines kybernetischen Kommunismus. Was steckt hinter den Hoffnungen auf eine Demokratisierung durch soziale Medien oder auf einen Umschwung in den Kommunismus durch technologische Beschleunigung? Dabei werden historische Beispiele aus Chile und der Sowjetunion skizziert, die eine digital gesteuerte Produktion und Güterverteilung jenseits von Marktmechanismen anstrebten. Im Anschluss daran wird die Frage gestellt, in welchem Verhältnis digitale Technologien zu gesellschaftlicher Emanzipation stehen.

01. Februar | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet vom Revision Medienkollektiv mit Paul Buckermann; Anne Koppenburger & Simon Schaupp