Archiv für April 2015

Ein neuer, alter Internationalismus? Reflexionen zu Geschichte und Gegenwart solidarischer Praxis.

‚Internationalismus‘ haben sich schon die klassische Arbeiterbewegung oder die Frauenbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben. Doch stellte es sich als verdammt schwer heraus, diese Perspektive auch in der Praxis der eigenen Organisationen um- und durchzusetzen: Was heißt es konkret, die eigenen Kämpfe als internationale Kämpfe zu begreifen? Wie können sich Bewegungen grenzübergreifend unterstützen und welche Ziele verfolgen sie damit? Was heißt die damit verbundene Solidarität im Detail und welche Probleme und Widersprüche können sich daraus ergeben? Mit wem oder was ist mensch im Einzelnen überhaupt solidarisch – mit Bewegungen, Organisationen, Kämpfen, Ländern, Aktionsformen?
Diese alten Fragen haben nichts an Relevanz verloren. Auch während der Hochphase der Solidarität mit nationalen Befreiungsbewegungen und der späteren (Selbst-)Kritik daran, wurde darum ebenso erbittert gestritten, wie zu Zeiten der globalisierungskritischen Bewegung. Was kann ein Nachdenken über die Geschichte des Internationalismus in der Bundesrepublik beitragen um gleiche Fehler nicht zu wiederholen, wenn wir heute mit Rojava und Lampedusa solidarisch sein wollen oder z.B. im Rahmen von blockupy versuchen transnationale Bündnisse zu etablieren?

Diese und weitere Fragen sollen in einem Vortrag mit anschließender Diskussion mit Michael Ramminger, Interventionistische Linke Münster, aktiv in der „Lateinamerikasolidarität“ seit den frühen 1970er Jahren, beleuchtet werden.

04. Mai | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von der Interventionistischen Linken Bielefeld mit Michael Ramminger (IL Münster)