Archiv für Juli 2013

Staat oder Revolution – Aspekte linker Bolschewismuskritik

Die Idee der Revolution und die einer sozialistischen Gesellschaft haben im Angesicht der Erfahrung mit dem einst sog. real-existierenden Sozialismus schwersten Schaden erlitten. Zu Recht, hat doch das von Lenin und seinen Nachfolgern angeführte staatssozialistische Experiment einen einzigen Trümmerhaufen hinterlassen. Der Kommunismus steht seitdem für politische Unfreiheit, ökonomische Ineffizienz und Staatsterror, dem Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind. Angesichts dessen, was man sich zu verwirklichen vornahm, die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft und die Emanzipation der Menschheit, fällt die Bilanz katastrophal aus. Daran ist nicht zu rütteln. Was jedoch gerne verdrängt und vergessen wird, ist die historische Tatsache, dass es bereits sehr früh eine radikale Kritik von Links am bolschewistischen Staatskommunismus gab. Diese war nicht bloß sehr hell- und weitsichtig, sondern stand auch für eine geschichtlich unterlegene Perspektive: Treue zur Idee radikaler Emanzipation von jeder Herrschaft bei gleichzeitig bedingungsloser Kritik autoritärer Befreiungsmodelle. Der Vortrag will diese von Staatskommunist*innen wie Antikommu-nist*innen in seltener Einigkeit bekämpfte oder ignorierte und entsprechend wenig bekannte Tradition vorstellen und auf ihre bleibende Aktualität hin befragen.

Hendrik Wallat schreibt u.A. für Phase 2 sowie Analyse & Kritik zu den Schwerpunkten politische Theorie, Philosophie und Gesellschaftskritik. Beim [RM] stellt er Teile seines (fast) gleichnamigen Buches vor und zur Diskussion (erschienen bei der Edition-Assemblage)

05.08.2013 | 20h |von Gruppe Kritik & Intervention und [association critique] mit Hendrik Wallat