Archiv für März 2013

Sozialer Protest in der Krise

Die Krise des europäischen Kapitalismus und seiner Verwaltungsinstanzen befindet sich mittlerweile im siebten Jahr. Für die Peripherie Europas hat sie bisher ziemlich drastische Zumutungen zur Folge. Die Massenarmut in Griechenland oder Spanien nimmt eine neue Qualität an. Die soziale Verelendung nimmt zu. Die europäischen Staaten reagieren mit der Austeritätspolitik, welche die ökonomischen Zwänge durch behördlichen Druck und von der EU verordnete Spardiktate ergänzt. Das ist einerseits der Ausgangspunkt neuer sozialer Bewegung, die die Risse des Kapitalismus nicht mehr zukitten will, sondern versucht Alternativen zum herrschenden Chaos zu denken und zu entwerfen. Solche Ansätze sind aber nach wie vor marginalisiert. Reaktionäre Bewegungen, nicht nur in Griechenland („Goldene Morgenröte“) und in Ungarn, finden viel Beifall in Krisenzeiten. Rassistische, nationalistische und sozialchauvinistische Hetze gegen die „Pleitegriechen“(Bild) sind besonders in Deutschland der Normalfall. Deutschland generiert sich als Krisengewinner, der sich zusammen mit Frankreich die ökonomische Potenz in Europa sichert. Doch auch im Zentrum des europäischen Kapitalismus gibt und gab es Widerstand. Zentral waren im letzten Jahr die Proteste am 31. März und die Blockupy Aktionstage im Mai, die 2013 wieder aufgenommen werden. Von einer sozialen Gegenhegemonie ist nicht zu sprechen. Was eine antikapitalistische Bewegung erfüllen müsste, damit sie dies werden kann und was sie bisher falsch gemacht hat, wollen wir mit einem Referenten der Antifa Frankfurt und dem Hamburger Autoren Justin Monday diskutieren.

1. April 2013 | 20Uhr | von Gruppe Kritik & Intervention mit Antifa FFM und Justin Monday