“… die Religion ist die feierliche Enthüllung der verborgenen Schätze des Menschen” – Einführung in die Religionskritik

Warum gibt es eigentlich noch Religionen? Warum steigt gar die Bedeutung fundamentalistischer Religiosität und religiös motivierter Konflikte? Warum sind auch in einer reichen Industriegesellschaft so viele Menschen religiös oder der Esoterik zugeneigt? Hatte die Aufklärung das nicht alles geklärt, den Aberglauben und die Machenschaften einer betrügerischen und selbstsüchtigen Priesterkaste aufgedeckt? Manuel Kellner glaubt, dass damit allein der Religiosität nicht beizukommen ist. Ludwig Feuerbachs „Der Mensch ist der Gott des Menschen“ stellt für ihn eine „kopernikanische Wende“ in der Religionskritik dar, weil es nicht mehr um die Wahrheit oder die Unwahrheit der Dogmen geht, sondern um die menschlichen Bedürfnisse und Wünsche, die dahinterstecken. Dieser Ansatz ist von Marx, Freud und anderen aufgegriffen und in verschiedene Richtungen weiter entwickelt worden. Die Schätze, die in den Himmel gehoben oder in die Tiefe versenkt wurden, müssen im Diesseits den Menschen zugutekommen.

Dr. Manuel Kellner, Jahrgang 1955, schrieb 1980 seine Magisterarbeit zum Thema „Die Rolle der Projektion in Feuerbachs Religionskritik“. Im Jahr 2010 erschien von ihm in der theorie.org Reihe des Schmetterling Verlags in Stuttgart seine „Kritik der Religion und Esoterik. Außer sich sein und zu sich kommen“.

5. November 2012 | 20Uhr | von AG Freie Bildung mit Manuel Kellner