Archiv für Juli 2012

Werttheorie des Postoperaismus

In der postoperaistischen Theorie zeigt sich der Versuch, unterschiedliche soziale Bewegungen und gesellschaftliche Konflikte mit Hilfe der Marx’schen Theorie sowie poststrukturalistischer Zugänge zusammenzubringen. Als wichtigstes Werk dieser Theorie gilt die „Empire“-Trilogie von Hardt/Negri aus dem Jahre 2000, welche innerhalb der Linken breit diskutiert wurde. Die Hauptthese des Buches ist, dass zentrale Marx’sche Kategorien wie Wertgesetz und Klassenstruktur angesichts neuer kapitalistischer Produktionsformen revidiert werden müssen: Da die heute vorherrschende Form von Arbeit in erster Linie immaterielle Arbeit sei und diese sich nicht in verausgabter Arbeitszeit quantitativ messen lassen könne, müsse das Wertgesetz – bei Marx immerhin einer der zentralen Kritikpunkte zur Bestimmung der kapitalistischen Gesellschaft als strukturell antagonistische Vergesellschaftung – aufgegeben werden.

In seiner Monographie „Werttheorie des Postoperaismus“ rekonstruiert Phillip Metzger zunächst das Marx’sche Wertgesetz, um auf dieser Grundlage nach dem theoretischen Gehalt der Analyse von Hardt/Negri zu fragen. Uns erwartet ein Überblick über und eine Einführung in die zentralen Marx’schen Konzepte wie „abstrakte Arbeit“, „Tauschwert“ und „Fetischcharakter“, um davon ausgehend die Frage zu klären, was dran ist an den postoperaistischen Thesen der immateriellen Arbeit und des Verschwindens des Wertgesetzes.

Buchvorstellung und Diskussion
06. August 2012 | von Gruppe Kritik & Intervention mit Phillip Metzger