Archiv für Februar 2012

Wer spricht? Über wen? Und von wo? – Perspektiven reflexiver Herrschaftskritik

Gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse haben viele Dimensionen, wie
z.B. der Kapitalismus, das Geschlechterverhältnis und der Rassismus.
Sie sind zwar miteinander verschränkt, aber nicht auseinander
abzuleiten. Herrschaftsverhältnisse sind dabei nicht als etwas zu
denken, das den Menschen, die innerhalb dieser Verhältnisse leben, nur
äußerlich ist. Unser „Selbst“ wird innerhalb unserer sozialen
Beziehungen hergestellt und wirkt auf diese Beziehungen zurück.
Eine reflexive linksradikale Kritik sollte deshalb in Rechnung
stellen, dass wir alle als Akteur_innen immer bereits platziert
werden. Es spricht vieles dafür, die permanente Verstrickung des
eigenen Lebens und des eigenen Alltags in gesellschaftliche
Herrschaftsverhältnisse nicht auszuklammern.
Eine aktive Praxis der Positionierung innerhalb der zu kritisierenden
Verhältnisse könnte Teil unserer Kritik und unserer Handlungsfähigkeit
sein, um Praxen der Ausschließung und der Diskriminierung aber auch
der Privilegierung und Dominanz sichtbar und angreifbar zu machen –
nicht zuletzt auch innerhalb der eigenen linken Zusammenhänge.
Folgende Fragen möchten wir am Roten Montag mit Euch diskutieren:
Was kann reflexive Herrschaftskritik für unsere politischen Praxen
bedeuten?
Wie lässt sich eine Einheit von Aktion und Reflexion verwirklichen?

05. März 2012 | von :uniLinks! mit dem Komitee „Ringen mit Engeln!“