Wer spricht? Über wen? Und von wo? – Perspektiven reflexiver Herrschaftskritik

Gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse haben viele Dimensionen, wie
z.B. der Kapitalismus, das Geschlechterverhältnis und der Rassismus.
Sie sind zwar miteinander verschränkt, aber nicht auseinander
abzuleiten. Herrschaftsverhältnisse sind dabei nicht als etwas zu
denken, das den Menschen, die innerhalb dieser Verhältnisse leben, nur
äußerlich ist. Unser „Selbst“ wird innerhalb unserer sozialen
Beziehungen hergestellt und wirkt auf diese Beziehungen zurück.
Eine reflexive linksradikale Kritik sollte deshalb in Rechnung
stellen, dass wir alle als Akteur_innen immer bereits platziert
werden. Es spricht vieles dafür, die permanente Verstrickung des
eigenen Lebens und des eigenen Alltags in gesellschaftliche
Herrschaftsverhältnisse nicht auszuklammern.
Eine aktive Praxis der Positionierung innerhalb der zu kritisierenden
Verhältnisse könnte Teil unserer Kritik und unserer Handlungsfähigkeit
sein, um Praxen der Ausschließung und der Diskriminierung aber auch
der Privilegierung und Dominanz sichtbar und angreifbar zu machen –
nicht zuletzt auch innerhalb der eigenen linken Zusammenhänge.
Folgende Fragen möchten wir am Roten Montag mit Euch diskutieren:
Was kann reflexive Herrschaftskritik für unsere politischen Praxen
bedeuten?
Wie lässt sich eine Einheit von Aktion und Reflexion verwirklichen?

05. März 2012 | von :uniLinks! mit dem Komitee „Ringen mit Engeln!“

„Antifa – Geschichte und Organisierung.“ Eine Buchvorstellung.

In dem kürzlich bei Theorie.Org erschienenen Buch «Antifa – Geschichte und Organisierung» verfolgen die Autor_innen die Vorläufer, Theorien und Praktiken der linksradikalen Antifaschist_innen und erläutern konkret die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der gegenwärtigen Ausprägungen, wie Antideutsche, Antinationale oder Bewegungslinke.
Den Leser_innen bietet sich mit diesem Buch die Möglichkeit, Erkenntnisse über bereits erarbeitete und verworfene Theorien sowie Erfolge und Niederlagen der Praxis zu sammeln, was gerade für die moderne, sich im stetigen Wandel befindliche, radikale Antifa von großer Bedeutung ist.
Das Buch hilft dabei, Wissen um die eigene Geschichte zu erlangen, damit das Rad nicht immer neu erfunden werden muss. Stattdessen können die Leser_innen die Entwicklung einer gesellschaftlich wirksamen, emanzipatorischen Bewegung vorantreiben.

06. Februar 2012 | von Antifa AG mit jemandem aus dem Autor_Innenkollektiv

„Die Verhältnisse zum Tanzen zwingen?“ Diskussion zu Theorie, Praxis, Revolution.

Eine jede Kritik der Gesellschaft, die auf Veränderung der Verhältnisse abzielt, steht für dem Problem der Mobilisierung der „Massen“ – ohne die Unterstützung des Großteils einer Bevölkerung ist eine revolutionäre Perspektive, die dauerhafte Emanzipation anstrebt, nicht denkbar. Es stellt sich also die Frage, wie revolutionäre Kritik und Praxis in eine Bewegung getragen bzw. überhaupt in Bewegung gebracht werden können. In der radikalen Linken war und ist diese Aufgabe bisher ungelöst. Folgerichtig gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher theoretischer wie praktischer Herangehensweisen, in denen verschiedene Vorstellungen des Funktionierens der Gesellschaft und verschiedene praktische Ansätze ihren Niederschlag finden. Nach dem historischen Fehler staatsautoritärer Formierung in Parteistrukturen und der Erkenntnis, dass die Arbeiter nicht an sich revolutionäres Subjekt sind, streitet die radikale Linke: ist eine Kritik der Gesellschaft und die Möglichkeit ihrer Überwindung allein in Bewegung zu finden, ist also jeder Protest, sei er auch zunächst unkritisch, eine Möglichkeit, auf die Straße zu gehen, sich zu beteiligen und damit etwas zu erreichen (etwa Interventionistische Linke, Antifa)? Oder laufen derlei partikulare, an Sachfragen orientierte Kämpfe letzten Endes auf eine Organisierung gesellschaftlicher Probleme statt deren Überwindung, also auf die Stärkung des Bestehenden hinaus (etwa …umsGanze!)? Oder ist eine positive, emanzipatorische Perspektive auf Grundlage des bestehenden Falschen ohnehin nicht denkbar? Diese und andere Fragen wollen wir mit euch diskutieren.

2. Januar 2012 | von und mit Gruppe Kritik & Intervention

Gemütlicher Liederabend

roter LiederabendDem Kirchenchor dazwischensingen!

Ende November beginnt sie wieder, die Adventszeit. Draußen wird es immer ungemütlicher, dunkel und kalt, drinnen treffen sich die Familien bei heißem Kakao und Kerzenschein, es Weihnachtet gar zu sehr und die alljährlichen Lieder werden angestimmt um Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann willkommen zu heißen. Dabei fällt bei aller Heimeligkeit untern vollbepackten Tisch, dass Nikolaus und Weihnachtsmann ihre Geschenke nicht selber basteln, ja selbst der Vertrieb der Produkte ist längst outgesourct! Den Wichteln, die die Drecksarbeit da draußen bei Eiseskälte verrichten müssen, den Rentieren, die sich vor lauter Frust ´ne rote Nase saufen, kurz: der Arbeiterschaft gilt unsere Solidarität! Einen Tag vor Nikolaus, bevor die Lieder angestimmt werden, mit denen diese gar schrecklichen Arbeitsbedingungen jedes Jahr auf´s Neue verherrlicht und gerechtfertigt werden, wollen wir euch einladen mit uns zusammen und in vollem Brustton der Überzeugung, unterstützt durch eine wärmende Lokalrunde, die alten und jüngeren Klassiker des Proletariats anzustimmen!

5. Dezember 2011 | von und mit Roter Montag

Für eine Linke, die dazwischen geht!

Input & Austausch über die Interventionistische Linke

In der Interventionistischen Linken (IL) sind zur Zeit um die 25 verschiedenen linken Gruppen, Initiativen und Zeitungsprojekt aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert, hierunter der Düsseldorfer Antifa-KOK, die Berliner Gruppe FelS (Für eine linke Strömung) und die Monatszeitschrift Analyse & Kritik. Seit ihrer Gründung 2005 versucht die IL in politische Auseinandersetzungen eingreifen, gesellschaftliche Kräfteverhältnisse nach links zu verschieben und ihre Kritik an den herrschenden Zuständen in breiten Bündnissen deutlich zu machen. Einige von der IL mitgetragene Kampagnen waren: Block G8 (Heiligendamm 2007), die Proteste gegen den Kongress von Pro Köln (2008), die alljährlichen Massenblockaden gegen die Naziaufmärsche in Dresden oder Castor Schottern im vergangenen Jahr.
An diesem Roten Montag wird ein Vertreter der Interventionistischen Linken nicht nur die Entstehung der IL und die damit verbundenen Überlegungen beschreiben, sondern auch einen Einblick in aktuelle Projekte und Diskussionen geben. Zudem wollen wir gemeinsam einen Blick auf den Umgang mit Machtverhältnissen und Hierarchiebildung in linken Gruppen werfen.

7. November 2011 | von und mit :uniLinks!